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Die Jagd gestern und heute
Ein naturbefliessener Nichtjäger wird vielleicht eine im Wald entdeckte Fährte, gerade noch - wenn überhaupt - als Hirschfährte erkennen

Ein Jäger aber wird feststellen, dass der Hirsch «übereilte» also die Hinterläufe vor den Tritten der Vorderläufe aufgesetzt hat. So kann der Jäger mutmassen, dass es ein junger Hirsch war.
Die Jagd ist eine der ältesten Geschichten die im Vergleich mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen in enger Verbundenheit steht. Jagd prägte die verschiedenen Kulturen, denn eine erfolgreiche Jagd war Voraussetzung zum Überleben. Die Bedeutung der Jagd veränderte sich erst als der Mensch anfing die Tiere zu domestizieren und Ackerbau und Viehzucht die Jagd in ihrer lebensnotwendigen Funktion ablösten.
Im 13./14. Jahrhundert wuchs die Macht der Landesherren, die das Jagdrecht in ihren Gebieten einforderten. Durch die damit verbundene Einteilung in hohen und niederen Adel, entstand auch die hohe und niedere Jagd. So durften z.B. die Bauern und der niedere Adel das nieder Wild erlegen (Hase, Fasan, Reh), während die hohe Jagd dem Hochadel vorbehalten war (Hirsch, Gams, Wildschwein). Nach der Revolution 1848 wurden Jagdkarten ausgestellt, Vorläufer unserer heutigen Jagdscheine und damit auch der Keim für unser heutiges Reviersystem gelegt. Ziel und Aufgabe der heutigen Jagd ist es: Durch Schutz und Erhaltung zur Förderung eines artenreichen und gesunden freilebenden Wildtierbestand zu sorgen. Durch eine ordnungsgemäss betriebene Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft Wildschäden zu vermeiden und überhöhte Wildbestände zu regulieren. Vom Amt für Forst-, Wald- und Natur werden die Abschusszahlen geregelt. In den Jagdgebieten des Fürstentum Liechtensteins herrscht dieses Jahr eine relativ gesunde Population.
Alfio Alfonso erklärte uns, sicherlich spielt beim Wildgericht die Zubereitung eine sehr grosse Rolle, aber noch wichtiger ist in seinen Augen die Qualität vom Fleisch und den Zutaten die man verwendet. Dies beginnt nicht erst in der Pfanne sondern im Moment der Ausrückung zur Jagd. Ein ordnungsgemässer Schuss, eine relativ rasche Bergung des erlegten Tieres, rasche Verarbeitung und eine zwingende Lagerung des Fleisches. Für ihn bedeutet die Jagd immer noch eine Selektionsjagd und der Gedanke von Hege und Pflege vom Wild muss im Vordergrund stehen.