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Tradition und Geschichte des Brautkleides
Die Ehe
und das Brautkleid...

Auch wenn die Brautmode zur heutigen Zeit vielen verschiedenen Trends unterliegt und die Bräute ihre kreativen und modischen Geschmäcke ausleben, tragen die meisten Bräute dennoch «Träume in Weiss».

Anhand des Brautkleides kann man den unermesslichen Reichtum ritueller und kultureller Vielfalt erkennen, der sich durch unsere, wie auch die Geschichte anderer Völker zieht. Das Brautkleid in weisser oder heller Farbe setzte sich allerdings erst seit ca. 150 Jahren vorrangig durch. Zuvor wurde entweder die jeweilige Tracht in der festlichen Ausführung oder ein neues Kleid, meist in dunklen und feierlichen Tönen gehalten, zur Trauung getragen. Im Mittelalter blieb es jedoch vornehmlich den besten Kreisen des Adels vorbehalten, in weiss zu heiraten. So wird auch der Anstoss zum Farbwechsel von dunklen auf helle Stoffe den Damen des Adels zugeschrieben. In einem Bild von Rubens ist das Hochzeitskleid von Maria de Medici, die sich im Jahre 1600 mit Heinrich dem IV vermählte, dokumentiert. Es handelte sich um ein helles, eierschalenfarbenes Seidenkleid, welches mit goldenen Ornamenten bestickt war. Im Jahre 1613 wählte die Prinzessin von England ebenfalls ein helles Kleid. Allerdings bevorzugte sie ein Brokatkleid in Silber und strahlendem weiss. Am 24. April 1854 gab Sissi, Elisabeth von Bayern Kaiser Franz Joseph in einem Traum aus Weiss ihr Jawort. Das Kleid war oben schmal geschnitten und hinten in einer langen Schleppe endend. Der lange weisse Spitzenschleier, der bis ans Ende ihrer Schleppe reichte, versteckte nicht ihre wunderschöne Haarpracht sondern brachte diese Schönheit erst richtig zur Geltung. Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich die weisse Brautmode in allen Schichten der Bevölkerung durchgesetzt und wird heute bereits als tiefverwurzelte Tradition gehalten.