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Bürgerlicher Wohnungsbau

My Home is my Castle. Aufgrund der etlichen Auseinandersetzungen, in die Städte des Mittelalters öfters verstrickt waren, besassen die Häuser einige Gemeinsamkeiten mit Wehrbauten.

In den steinernen Kaufmannshäusern fehlten in den Untergeschossen häufig Fensteröffnungen.

Vor allem in einigen italienischen Städten zählten Wohntürmer mit abweisenden Mauern zu den typischen Hausformen. Die Mehrzahl der europäischen Stadthäuser hatten ihr Vorbild in Haustypen, wie sie auf dem Land verbreitet waren. In vielen dieser Häuser wurde Vieh gehalten - eine Tradition, die jedoch besonders in den bedeutenden Handelsstädten mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach und nach in Vergessenheit geriet.

Während in den Städten Europas Stall und Wohnhaus oft voneinander getrennt gebaut wurden, ähnelten viele Landhäuser dem niederdeutschen Hallenhaus. Mensch und Vieh lebten dort unter einem Dach. Eltern und Kinder verbrachten die Nacht in einem Zimmer und nur ein langer Stoff, der von der Decke herab hing, schuf ein Mindestmass an Intimsphäre.

In den Städten, die von einer Mauer umschlossen waren, stand für die einzelnen Häuser nur sehr wenig Platz zur Verfügung. So errichtete man auf dem meist schmalen Grundstück ein Haus mit mehreren Stockwerken, die man wegen der geringen Grundfläche *auskragen liess. Dies brachte zwar etwas Raumgewinn, verhinderte jedoch den Einfall des Tageslichtes in die düsteren Gassen.

*Auskragung: das Vorspringen, «Vorkragen» aus der Bauflucht z. B. Kragstein, Gesims oder Erker. Oder Fachwerkgeschoss, um den Wohnraum zu erweitern oder als Gegengewicht, (Konterlast) für Zwischendecken-Belastungen.