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Sankt Nikolaus
Legende und Brauchtum

Nikolaus von Myra:
Trotz geschichtlicher Quellen wissen wir von Nikolaus von Myra wenig. Kein einziges Datum lässt sich definitiv festlegen und doch kommt keinem anderen Heiligen soviel Ehre zuteil.

Er soll im Jahre 270 in Patera oder Patras in Lykien geboren sein. Später hat er als Bischof von Myra gewirkt. Das Jahr seines Todes ist wie die Geschichte seines Lebens mit vielen Legenden verbunden und die historische Ernte fällt relativ mager aus.

Nur der 6. Dezember scheint zuverlässig gesichert zu sein. An diesem Tag stirbt Nikolaus und wird in Myra beigesetzt. Die Menschen in unseren Breitengraden feierten diesen Tag schon früh als glücklichen Festtag, als Tag der Heimkehr zu Gott. Das ungewisse gab der Phantasie Mut und Auftrieb, das Leben von Nikolaus von Myra wurde mit Wundertaten ausgestattet und mit einzigartigen Legenden verziert. Myra ist das heutige Demre. Über dem blauen Wasser nahe dem Meer steht das Granarium, einst von den Römern als Kornspeicher mit riesigen Steinquadern erbaut. Heute schaukeln Fischerboote in der schützenden Bucht von Andriake. Im Reiseprospekt auf dem Verkehrsbüro zu Demre steht der Name. Ein Nikolaus ist da abgebildet, neben dem antiken Schriftzug von Myra. Nikolaus soll hier gelebt haben?

Seine Eltern waren reich und grossherzig. Durch ihren frühen Tod blieb der junge Nikolaus als Alleinerbe zurück. Er verteilte sein Vermögen unter die Armen und war für seine Nächstenliebe im ganzen Land bekannt. Der heilige Nikolaus wurde nach seinem Tod, ausserhalb der Stadt Myra beigesetzt. Über dem Grab entstand bald eine Grabkapelle und schliesslich eine Nikolauskirche. Schon bald nach dem Tod des heiligen Nikolaus segelten die Wallfahrer über die weiten Meere zum Grab des Heiligen. 808 überfielen Krieger die Stadt, brannten sie nieder und rissen die Nikolauskirche zu Boden. Die Spaltung begann Ost und West, griechische und lateinische Kirchen lebten sich auseinander. Der grosse Bischof von Myra, Nikolaus, blieb und überlebte die Jahrhunderte. Immer wieder fielen Piraten über die Stadt Myra her und löschten fast alles Leben aus.

1850 rüstete der Russische Zar Nikolas I. eine Expedition aus und sandte sie nach Myra, um die Grabeskirche neu aufzubauen. Mitten in den Bauarbeiten am Dach verbot die türkische Regierung weiterer Aufbau. Das Gewölbe stürzte wieder ein. Jahre später fingen die moslemischen Türken an, ein paar frühe Stätten des Christentums in der Türkei zu erneuern. In den Jahren 1962 bis 1965 liessen sie die Nikolauskirche in Myra aus dem Sand heben. Reste der Nikolauskirche in Demre sind heute ein grosser Anziehungspunkt für den Tourismus. Etwa 1,5 km nördlich der Stadt liegt das antike Myra mit seinen beeindruckenden Felsengräbern.