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Die Mühle in Eschen
Bald wird sie zum Ribelmuseum

Die Mühle in Eschen steht heute unter Denkmalschutz
und wurde 1981 renoviert. 1999 wurden noch 521 Kilogramm
Mais vermahlen.

Der rasche Wandel der Werte bringt eine Gegenbewegung mit sich; das Originäre wird wieder gesucht. Man sucht nach Wurzeln der Identität, nach Sicherheit und Stabilität, nach Heimat, nach Tradition und Kultur, und hier bietet sich der Ribelmais als Botschafter dieser Werte an. Im Zusammenhang mit kulturellen Veranstaltungen wird deshalb Ribelmais heute wieder geachtet und geschätzt, ohne dass ihm der bittere Beigeschmack des kargen, kleinbäuerlichen Lebens anhaftet.

Die starke Verwurzelung der Eschner mit dem Mais kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Spitzname für einen Eschner «Eschner Kolpa» lautet.

Das alte Erbgut des Ribelmaises wurde über Jahrhunderte mit dem Ziel selektioniert, die Ernährungsbasis der hiesigen Bevölkerung zu verbessern. Der Ribelmais spielte im 18., 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle in der Ernährung der Bevölkerung. Diesen Teil der Kultur zu erhalten hat sich im Verein Ribelmais auf die Fahne geschrieben. Daneben gibt es aber auch ein Projekt der Regierung zur Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen in Liechtenstein, und darunter fällt auch der Ribelmais.

In der Gemeinde Eschen ist seit 1998 eine Fachkommission mit dem Projekt «Eschner Kolpa» betraut. Das Projekt hat zum Ziel, eine Dauerausstellung zum Thema «Türkenanbau bis zum Türkenribel und Türkenbrot» zu schaffen. Dazu wurde bereits ein Film über die Mühle in Eschen gedreht, und gemäss Projekt ist in der Eschner Mühle ein Museum zum Ribelmais geplant.

www.eschen.li
www.ribelmais.ch

text: julius ospelt, schaan
fotos: © exclusiv