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VADUZ

Kirchenmusikalische
Tradition

Der Vaduzer Kirchenchor zu St. Florin feiert dieses Jahr das Jubiläum «200 Jahre kirchenmusikalische Tradition in Vaduz». Aufgrund verschiedener Aufzeichnungen, nicht zuletzt aufgrund der Erwähnung der «Amtsinger» im Jahre 1805, kann der Vaduzer Kirchenchor auf eine mehr als 200 Jahre alte Geschichte zurück blicken. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Jubiläumskonzert am Samstag, den 29. Oktober 2005, um 20.00 Uhr, in der Vaduzer Pfarrkirche.

Seit Urzeiten kommt dem Gesang eine besondere Bedeutung zu, dies ganz besonders bei religiösen Feiern. Im Gesang bringt sich der Mensch ganzheitlich ein und drückt alles aus, was sein Herz bewegt. Es macht daher besonders Sinn, dass der Kirchenchor zu St. Florin als Hauptaktivität zum Jubiläum zu einem Kirchenkonzert einlädt und damit die Freude und die Innigkeit der Kirchenmusik erklingen und den Zuhörer miterleben lässt.

Das Jubiläumskonzert ist ganz der Musik des 19. Jahrhunderts gewidmet. Zur Aufführung gelangen Werke von Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901), César Franck (1822 - 1873), Georges Bizet (1838 - 1875) und Charles Gounod (1818 - 1893). Als Eckpfeiler des Konzertprogramms können die Vesper in Es-dur von Josef Gabriel Rheinberger und die Cäcilienmesse von Charles Gounod bezeichnet werden.

Der junge Rheinberger, welcher selbst für die Jahre 1846 bis 1851, also im Alter von sieben bis zwölf Jahren, als Organist verzeichnet ist, hat im Alter von 19 Jahren die Vesper in Es-dur für Orgel und Chor (Soli ad.lib.) komponiert. Dieses Jugendwerk ist über lange Zeit in Vergessenheit geraten. Der Kirchenchor zu St. Florin bringt diese Komposition wieder zur Aufführung. Als Besonderheit ist zu vermerken, dass der derzeitige Chorleiter, William Maxfield, die Instrumentierung für Streichorchester vorgenommen hat. In dieser Fassung erklingt die Vesper in Es-dur am Jubiläumskonzert als Uraufführung.

Die Messe solennele en l'honeur de Sainte-Cécile (Cäcilienmesse) von Charles Gounod hat Weltruhm erlangt. Sie zeichnet sich durch die Gefälligkeit der musikalischen Sprache und den Klangsinn aus. Sie begründete Gounods Ruhm als Kirchenmusiker. Gounod hat in jungen Jahren in Rom die altklassische Vokalpolyphonie und das Werk Palestrinas studiert. Anklänge an die Musik des 16. Jahrhunderts und an den gregorianischen Choral finden sich auch in der Cäcilienmesse.

Der verstärkte Kirchenchor zu St. Forin (rund 50 Sängerinnen und Sänger) wird unterstützt vom Instrumentalensemble Raetiana in grosser Besetzung (38 Musiker). Die Solo-Partien werden von Ute Ziemer (Sopran), Martina Gmeinder (Alt), Karl Jerolitsch (Tenor) und Christian Büchel (Bass) gesungen.

Informationen unter:
www.kirchenchor.li


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