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Glück, Gesundheit und Gottes Segen


Glück, Gesundheit
und Gottes Segen

exclusiv:
In Ihrer Kindheit, respektive Jugend, fand der Staatsfeiertag in einem
vergleichsweise kleineren Rahmen statt. Wie haben Sie den Staatsfeiertag
als Kind und Schüler erlebt?

Eugen Seger: Das Feuerwerk zum Abschluss der Fürstenfeier hat mich schon als Kind
tief beeindruckt. Nicht nur weil der 15. August zu den wenigen Abenden zählte, an denen
wir mit Erlaubnis unserer Eltern bis in die späteren Abendstunden im Zentrum von Vaduz bleiben durften. Ausserdem sahen wir vor dem Feuerwerk den Fürsten auf dem Balkon
des Rathauses und fühlten uns schon dadurch sehr geehrt.

exclusiv:
Welche Bedeutung hat der Staatsfeiertag für Sie persönlich?

Eugen Seger: Für mich bringt der Staatsfeiertag alles zum Ausdruck, was mir der Begriff Heimat bedeutet. Die kirchliche Feier, der anschliessende Empfang auf der Schlosswiese,
in dessen Verlauf jeder und jede mit dem Fürsten und anderen Mitgliedern der Fürstlichen Familie plaudern kann und dann im Laufe des Tages der Bummel durch das fahnengeschmückte Städtle, wo man sich wieder trifft. Und dann - wie erwähnt - das Feuerwerk als krönender Abschluss. Das Fürstenfest ist ein Fest, das uns in Erinnerung bringt, in welch schönem Land
wir leben und wem wir letztlich unseren breiten Wohlstand verdanken.

exclusiv: Das Land Liechtenstein feiert den Staatsfeiertag mit vielen Gästen
aus dem nahen und fernen Ausland. Haben Sie eine bleibende  Erinnerung
mit einem dieser Gäste?

Eugen Seger: Die ausländischen Gäste, die am liechtensteinischen Nationalfeiertag teilnehmen, haben für mich eigentlich keine besondere Bedeutung. Die einen kommen, weil es zu ihren Aufgaben gehört (Beispiel Diplomaten), die anderen weil es ihnen bei uns gefällt. Umso besser!

exclusiv: Tradition bedeutet die Übernahme und Weitergabe
von Kenntnissen und Fertigkeiten aus dem Kulturbesitz. Verbinden Sie
mit dem Staatsfeiertag eine persönliche Tradition?

Eugen Seger: Ich denke, dass es anlässlich unseres Fürstenfestes eher darum geht,
Traditionen zu pflegen. Eben indem man daran erinnert, wo wir daheim sind.
Insofernn hat der Staatsfeiertag für mich und meine Familie an sich schon Tradition genug.

exclusiv: Konnten oder durften Sie als Gast im Ausland einem Staats- oder
Nationalfeiertag beiwohnen? Was hat Sie am meisten beeindruckt, welche Bräuche und Sitten wurden gefeiert, die Ihnen besonders gut gefallen haben?

Eugen Seger: Ich habe ähnliche Festivitäten vor allem schon in Schweden - dem Herkunftsland meiner Frau - erlebt. Dort schmücken sich die Menschen mit Blumen, stellen geschmückte Bäume auf und sind vielleicht fröhlicher und unbeschwerter als sonst im Jahr. Trotzdem
kann man die beiden Anlässe nicht vergleichen. Bei uns kennt jeder eine grosse Zahl
von Leuten, man trifft sich wieder, lässt alte Freundschaften neu aufleben usw. Insgesamt
ist der Nationalfeiertag in unserem Land persönlicher und intimer.

exclusiv: Was wünschen Sie dem Fürstenhaus, dem Land
und seinen Bewohnern zum Staatsfeiertag und für die Zukunft?

Eugen Seger: Der Fürstlichen Familie wünsche ich weiterhin Glück, Gesundheit und Gottes Segen. Letzten Endes kann man Fürstenhaus, Land und Bevölkerung kaum voneinander trennen. Nur wenn wir weiterhin zusammenhalten werden wir so erfolgreich bleiben können, wie wir es heute sind. Unsere Staatsform mit einem starken parteiunabhängigen Fürsten als Staatsoberhaupt gibt uns Identität und war bis heute entscheidend dafür, dass unser kleines Land alle Fährnisse der Geschichte glücklich überstanden hat.

Ich weiss nicht, wie ich es formulieren soll. Aber meiner Meinung nach sind die Liechtensteiner (und die ausländischen Mitbürger) an diesem Tag anders als sonst. Snobismus und Überheblichkeit, das den einen oder anderen über das Jahr prägt, scheinen wie abgefallen. Irgendwie ist jeder natürlicher als sonst. Wir sind an diesem Tag ja wirklich auch alle gleich.
Ob arm oder reich, ob alt oder jung, sind wir in erster Linie Liechtensteiner!

Eugen Seger, City-Shop, Vaduz

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