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Heikle Diplomatie mit Deutschland


Heikle Diplomatie
mit Deutschland

Das Manöver der deutschen
Bundesregierung mit
der «Liechtensteiner Steueraffäre»
ist nicht aufgegangen.

Am 19. und 20. Februar 2008 nahm Regierungschef Otmar Hasler eine schon seit längerer Zeit bestehende Einladung zu einem offiziellen Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren Mitglieder der deutschen Regierung in Berlin an. Otmar Hasler reiste trotz der wenige Tage zuvor vom deutschen Bundesnachrichtendienst inszenierten «Steueraffäre» gegen unser Land.

Man kann sich gut vorstellen, dass die deutsche Politik nach dem (aus ihrer Sicht) gelungenen Ablenkungsmanöver von eigenen Unfähigkeiten darauf eingestellt hatte, die dubiosen BND-Machenschaften mit den gestohlenen Kundendateien aus Liechtenstein gegenüber unserem Regierungschef mit anderen Mitteln fortzusetzen.

Von der wohl geplanten Schelte blieb nicht viel übrig. Denn während Erbprinz Alois von Liechtenstein als amtierendes Staatsoberhaupt die Machenschaften der deutschen Regierung mit (für seine Verhältnisse) sehr offenen und ungeschminkten Äusserungen international an den Pranger stellte, gab sich Otmar Hasler vor Ort bewusst zurückhaltend und gab den deutschen Gesprächspartnern Nachhilfeunterricht in Bezug auf das was Liechtenstein wirtschaftlich und politisch in den letzten Jahren tatsächlich geleistet hat.
(Siehe auch Bericht Seite 4).

Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass man unseren Kleinststaat im Ausland besser kennt als andere. Aber müsste einer deutschen Regierung, die über Tausend Informationsquellen verfügt, vor der Begegnung mit dem Liechtensteiner Regierungschef nicht bekannt sein, dass unsere Wirtschaft (insbesondere die industrielle) in den letzten Jahr-zehnten gerade in Deutschland mehrere Tausend Arbeitsplätze geschaffen hat? Es ist kein Geheimnis, dass Otmar Hasler bei den Gesprächspartnern seines Berlin-Besuchs unglaubliche Wissens- und Informationslücken vorfand. Vielleicht ist es ihm gelungen, wenigstens einige davon aus der Welt zu schaffen.

text: Walter-Bruno Wohlwend, fotos: © presseamt