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Trooping the Colour
Zeremonie mit langer Tradition



London

Trooping the Colour
Zeremonie mit langer Tradition

Zu Ehren der Königin - Geburtstagsparade für Elizabeth II. Über 1’400 Soldaten nehmen zusammen mit zweihundert Pferden an der Parade teil. Es marschieren die vereinigten Musikkapellen der Garde-Regimenter mit über vierhundert Musikern und Trommlern auf. Der kommandierende Offizier spricht 113 Befehlsworte.
Fotos Text: © exclusiv

Auch dieses Jahr haben sich tausende Besucher bei schönstem Sonnenschein in London eingefunden, um der Zeremonie «Trooping the Colour», der grossen Parade zu Ehren von Queen Elizabeth II. beizuwohnen. Die Queen, welche am 21. April dieses Jahres 82 Jahre alt geworden ist, feiert ihren Geburtstag traditionell erst im Juni. Die Militärparade, exakt inszeniert, mit viel Musik, edlen Pferden und Soldaten in Gardeuniformen, bei denen die Bärenfellmützen nicht fehlen dürfen ist sehr beliebt und wird seit Jahrzehnten im Fernsehen von verschiedenen Sendern weltweit übertragen. Um unseren Leserinnen und Lesern diesen speziellen Anlass näher zu bringen, war «exclusiv» vor Ort dabei. Das erste Bataillon der Welsh Guards stand dieses Jahr im Mittelpunkt der Militärparade. König George V., der Grossvater von Queen Elizabeth II., hat das Regiment bereits im Jahr 1915 gegründet. Damit ist es das jüngste der fünf königlichen Leibregimenter zu Fuss, die zusammen mit dem Kavallerieregiment die «Royal Household Division» bilden. Mit 113 Befehlen dirigierte ein Offizier mehr als 1’400 Soldaten und 200 Pferde nach einer streng festgelegten Choreografie über den Paradeplatz. Bei ihrer Ankunft auf dem Paradeplatz um Punkt 11.00 Uhr nahm die Queen an der Seite ihres Mannes Prinz Philip, dem Duke of Edinburgh, in einer offenen Kutsche aus dem viktorianischen Zeitalter zunächst den «Royal Salute» entgegen: Zu den Klängen einer Kurzversion der britischen Nationalhymne präsentierten die Soldaten ihre Gewehre.
In einem türkisfarbenen Kostüm mit   perfekt passendem Hut fuhr Queen Elizabeth II. an der Seite ihres Mannes Prinz Philip die Reihen der angetretenen Bataillone ab. Nach der sogenannten «Inspection of the Line» begann die  grosse Parade. Zu den vielen geladenen Gästen zählten neben dem britischen Premierminister Gordon Brown und dessen Familie Mitglieder der königlichen Familie und Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens. Prinz William und sein Bruder Prinz Harry sowie Camilla, Herzogin von Cornwall, die Ehefrau von Prinz Charles, fuhren in einer Kutsche vor. Kronprinz Charles und seine Schwester Prinzessin Anne folgten der Kutsche der Queen zu Pferd. Auch Graf Edward und seine Frau Sophie, Gräfin von Wessex, besuchten die Geburtstagsparade. Die Zeremonie geht auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Damals sollten die Soldaten sich mit den Farben der eigenen Fahnen und Bataillone vertraut machen, damit sie diese später auf dem Schlachtfeld wiedererkennen. Dazu wurden die «Colours», die Fahnen der Bataillone an den Soldaten vorbeigetragen. Seit dem späten 18. Jahrhundert dient die Zeremonie dazu, den Monarchen an seinem offiziellen Geburtstag zu ehren. Nach der Zeremonie versammelte sich die königliche Familie auf dem Balkon des Buckingham-Palasts, um Salutschüsse vom nahe gelegenen Green Park zu hören und die Flugzeuge der britischen Luftwaffe zu bewundern, welche zu Ehren der Königin über London hinwegflogen. 55 Maschinen, vom historischen bis hin zum modernsten Kampfflugzeug nahmen an den Formationen teil, welche den Abschluss einer prächtigen Geburtstagsparade am Himmel und auf Erden bildeten.