suchen





Interview

Weltklasse! Tina Weirather

Erfolgreiche Wintersaison 2016/17:
Super-G-Kristallkugel und WM-Silber in St. Moritz

Wir gratulieren Tina Weirather herzlich zur erfolgreichen Saison. exclusiv: Eine tolle Saison mit einem Rekord-Abschluss. Wie ist das Gefühl danach?
Ich bin auf jeden Fall sehr erleichtert und sehr glücklich! Es hatte sich bei mir bis zum Ende der Saison, bis zum Finale enorm viel Druck aufgebaut. Als dieser Druck dann weg war, war ich doch sehr erleichtert. Es lief alles so, wie ich es mir gewünscht hatte und auch jetzt verläuft alles nach Plan. Damit meine ich nicht nur den Erfolg, sondern auch die anderen Veränderungen und Umstellungen. Vieles hat sich gewendet und ist so eingetroffen, wie ich es mir erhofft habe und solche Momente sind natürlich schön. Schliesslich läuft es ja nicht immer so gut und wenn es dann so ist, muss man es ja auch geniessen (lacht).

Umstellungen, Veränderungen, Sie geben uns hier die Stichworte. Wie verlief die Zeit seit dem Weltcup Finale bis jetzt? Hatten Sie schon Zeit den Triumph zu geniessen?
Turbulent, ich hatte ja doch einiges zu erledigen. Einen Tag nach den Rennen in Aspen/Colorado hatte ich bereits den ersten Test mit der für mich neuen Skimarke Head vereinbart um Riesenslalom und Super-G Ski zu testen. Ich habe die Skier die ganze Woche ausprobiert und hatte von Anfang an ein megagutes Gefühl. Daher kam dann auch der Entschluss, dass ich auf Head umsteige und freue mich riesig, nun im Team dabei zu sein.

Viele Fans fragen sich bestimmt, wieso es nach einer erfolgreichen Saison wie dieser zu einem Materialumstieg gekommen ist?
Dazu kann ich sagen, dass ich mir jeden Schritt reiflich überlegt habe und es wirklich keine leichte Entscheidung war. Mit Atomic hatte ich eine sehr gute Zeit und ich danke den Verantwortlichen für das in mich gesetzte Vertrauen. Dennoch ist für mich der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen. Mit jedem Testtag und mit jedem Gespräch das ich führte wurde mir bewusster, dass es das ist, was mich schlussendlich schneller macht. Und nur das zählt. Natürlich gibt es noch viele andere Faktoren, aber ausschlaggebend war die Antwort auf die Fragen: Mit was kann ich am meisten Rennen gewinnen und mit was bin ich am konkurrenzfähigsten. Logischerweise kann die Umstellung auch länger dauern als ich mir das jetzt gerade vorstelle. Es ist schwierig so etwas bei einem Skiwechsel vorauszusagen, aber das erste Gefühl war ausgezeichnet und gab mir die Zuversicht, dass ich den Wechsel sehr schnell und gut schaffen werde. Ich war selber überrascht, wie gut es bei den Tests gelaufen ist. Jeder Skifahrer ist unterschiedlich, aber für meinen Fahrstil scheint das Head-Material zu stimmen und darum war es von Anfang an ein sehr gutes Gefühl.

Wie sehen die ersten Schritte bei so einem Umstieg aus? Lassen Sie uns daran teilhaben.
Zuerst passt man einen Schuh an, das ist schon mal enorm wichtig. Dann kommt das erste Training bei dem man ausschliesslich frei fährt, um das Gespür für das neue Material zu entwickeln. Dabei sieht der Trainer relativ schnell, ob der Fahrer schneller oder langsamer als mit dem bisherigen Material ist. Auch ich persönlich spürte sehr rasch, wo ich ungefähr stehe. Ich habe sofort gemerkt, dass gewisse Dinge einfach leichter gingen.

Mit Karlheinz Pichler kommt zusätzlich ein neuer Trainer. Wie ist Ihr erster Eindruck?
Ich bin froh, dass wir uns einigen konnten und die Zusammenarbeit mit Charly Pichler zustande gekommen ist. Im Frühling, wenn sich  das Karussell zu drehen beginnt, ist es natürlich immer so, dass viele Fragen aufkommen: Welcher Trainer geht wohin und mit wem möchte ich zusammenarbeiten? Ich habe Charly im Vorhinein noch nicht persönlich gekannt, hörte aber von vielen anderen Skifahrern, dass er sehr geschätzt wird und wenn alle Fan von einem Trainer sind, stehen die Chancen gut, dass man selber auch happy ist. So kam es, dass ich Charly irgendwann angerufen habe und versucht habe, ihn abzuwerben und für mich zu gewinnen. Eigentlich ist es schon etwas schräg (lacht), aber du freust dich natürlich umso mehr, wenn es klappt.
 
Neu im Team ist auch der Servicemann Reini Berbig. Ich bin nach seiner Ausbildung Reini's erste    eigene Athletin, die er betreut. Rainer Salzgeber (Head-Rennsportleiter) hat volles Vertrauen in ihn und auch ich kann den guten Eindruck nur bestätigen. Reini ist voll motiviert und war auch bei den ersten Trainings vor Ort. Da er schon bei den Herren als Co-Servicemann aktiv war und die besten Damen bei Head mit Herrenski fahren, ist es sicher ein Vorteil für uns, dass sich Rainer mit dem Material bereits bestens auskennt.

All diese Faktoren sind bestimmt eine hervorragende Voraussetzung, um positiv und mit Freude in die Zukunft blicken zu können.

Fortsetzung Seite 11