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Liechtensteinisches Landesmuseum

Concerned Photography
Ausstellung bis 4. Februar 2018

Hannes Schmid, Schweizer Fotokünstler

(Foto © exclusiv) (v.l.) LLM-Stiftungsrat Helmuth Biedermann, LLM-Direktor Prof. Dr. Rainer Vollkommer,
I.K.H. Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein, Kuratorin Hillary Huang, Künstler Hannes Schmid

Bilder haben die Macht, politische und gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen, indem sie der Welt die Wirklichkeit und verborgene Lügen zeigen.
Auf diese Macht baut die sozialdokumentarische Fotografie, auf Englisch auch «concerned  photography» genannt, was mit «Anteil nehmende Fotografie» übersetzt werden kann. Sie ist eine Form des dokumentarischen Fotografierens mit einem sozialen Ansatz. Die Concerned Photography setzt sich zum Ziel, die Öffentlichkeit auf Lebenssituationen unterprivilegierter beziehungsweise benachteiligter Menschen aufmerksam zu machen und so zum Handeln zu bewegen.

Sonderausstellung bis 4. Februar 2018 im Liechtensteinischen Landesmuseum
In der Ausstellung «Hannes Schmid - Concerned Photography» mit Werken des international bekannten und erfolgreichen Schweizer Fotokünstlers, Filmemachers und Malers Hannes Schmid werden wir Zeugen von dessen fotografischem Wirken in Kambodscha. Er dokumentiert das Leben und die Lebensumstände der Menschen in diesem südostasiatischen Land, die ihn zutiefst berührt haben, seit er sie zum ersten Mal traf. Ähnlich wie Dorothea Lange, eine für ihre Porträts von Armen und Vergessenen bekannte Fotografin, gibt Hannes Schmid der Wahrheit von Armut und Korruption in einem von politischer Instabilität und andauernden Sicherheitsrisiken beeinträchtigten Land ein Gesicht.
Smiling Gecko
Als leidenschaftlicher Künstler begann Hannes Schmid die Realität für die Menschen, die sein Herz berührt hatten, neu zu gestalten. Seit 2012 engagiert er sich in der von ihm mitbegründeten Stiftung «Smiling Gecko» karitativ und mit eigenen Hilfsprojekten für benachteiligte Menschen  in Kambodscha. Mit «Smiling Gecko», wahrscheinlich zugleich eines der umfangreichsten sich weiter entwickelnden Kunstprojekte, erreicht Hannes Schmid einen neuen Level auf der Suche nach dem «Nicht-Wegschauen». Mit Top-Unterstützung aus den verschiedensten Branchen und mit einem immer neugierigen Publikum zeigt er uns, dass Veränderungen möglich sind, wenn viele Hände dazu beitragen, sei es mit Fotografie, Architektur, Landwirtschaft, Zimmerei, Bildung, Ökotourismus oder einfach nur durch Verständnis und Anteilnahme. In diesem Sinne gibt uns Hannes Schmid die Möglichkeit, unser Wohlbefinden inmitten der rauen Wirklichkeit Kambodschas zu entdecken und dadurch auch die Hoffnung auf Erneuerung und die Chance, uns und unsere Werte im Wirrwarr von unendlichen Möglichkeiten neu zu definieren. Leitlinie ist für Hannes Schmid dabei folgende Aussage des Fotojournalisten und Gründers des Internationalen Zentrums der Photographie (ICP), Cornell Capa: «Fotografie ist nachweislich die zeitgenössischste aller Kunstformen. Sie ist die wichtigste, effektivste und universellste Art der Vermittlung von Fakten und Ideen zwischen Völkern und Nationen.»

Hannes Schmid
Der 1946 in Zürich geborene Hannes Schmid zählt heute zu den bedeutendsten Fotokünstlern der Schweiz. Er absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker und eignete sich an der Ruth Prowse School of Art in Kapstadt (Südafrika) sowie autodidaktisch das Handwerk der Fotografie an. Er fotografierte am 3. Dezember 1967 in Kapstadt die von Christiaan Barnard durchgeführte erste Herztransplantation.

Schmid begann seine Karriere mit Reisereportagen, die ihn zwischen 1970 und 1984 durch Afrika, Südostasien, China und Indien führten. In dieser Zeit lebte er u. a. mehrere Monate allein mit einer Gruppe Orang-Utans in Indonesien.
In den Jahren 1978 bis 1984 begleitete und fotografierte Hannes Schmid über 250 Bands und Musikstars, insbesondere aus dem Rockbereich, darunter ABBA, AC/DC, Nina Hagen, Iron Maiden, Kiss, Kraftwerk, Bob Marley, Queen, The Rolling Stones, Scorpions und Frank Zappa. Von 1984 bis 2002 war er als Werbe- und   Modefotograf tätig. Er machte u. a. Aufnahmen für Armani, Bally, Joop, Kenzo, Levis, Sisley und Swatch. Werke von Hannes Schmid wurden in verschiedenen namhaf- ten Magazinen veröffentlicht, darunter: «Vogue», «Men's Vogue», «GQ», «Cosmopolitan», «Elle», «Depèche Mode», «Marie Claire», «Donna», «Harper's Bazaar», «DU», «Stern», «Das Magazin» («Tages-Anzeiger»), «Condé Nast Traveller», «Travel & Leisure», «Max», «Amica», «Gala», «Pop» und «Musik Express». Grosse Bekanntheit erlangte er mit seinen Cowboy-Fotos für Marlboro-Werbekampagnen. Diese Abbildungen sind mittlerweile auch Teil von Sammlungen grosser Kunstmuseen und dienten ihm in den letzten Jahren als Vorlagen für fotorealistische Gemälde.
Hannes Schmid fotografiert bis heute ausnahmslos auf analoge Weise. Seine Bildsprache zeichnet sich durch eine stets persönliche und emotionale Bindung zum Objekt aus. Neben kommerziellen Aufträgen setzt er wiederholt auch freie künstlerische Projekte um, dazu gehören neben Fotografien auch Gemälde, Filme und Installationen. Einzelausstellungen mit seinen Werken haben bisher in der Schweiz, in China und in den USA stattgefunden. Er hat verschiedene Preise gewonnen. Für seine Arbeit als Mode- fotograf wurde er als «Best Fashion Photo- grapher 1988» ausgezeichnet und erhielt den Preis für das «Best Fashion Picture of the Year 1992» des «Life Magazine».
Sein Kurzfilm «For Gods Only» steht seit 2004 unter dem Patronat von UNESCO Schweiz. Zudem erhielt er für ihn 2011 beim «Delphic Art Movie Award», einem weltweiten Wettbewerb für Dokumentar-Kurzfilme, den Sonderpreis «Protection of Intangible Heritage».
«Hannes Schmid - Concerned Photography» ist Schmids erste Ausstellung im Fürstentum Liechtenstein.
I.K.H. Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein hat die Schirmherrschaft für die Sonderausstellung im Landesmuseum übernommen.

Spenden: Smiling Gecko Postfinance
IBAN: CH48 0900 0000 6132 5384 6
Konto Nr.: 61-325384-6
BIC: POFICHBEXXX
www.smilinggecko.ch

alle berichtfotos: © hannes schmid / text: © llm

Blondie (1978)

Alice Cooper (1980)

The Police

Marianne Faithfull (1981)

Boomtown Rats, Bob Geldorf (1979)

AC/DC (1979)

Rose Tattoo (1981)

Ausstellung: www.landesmuseum.li


Grusswort I.K.H. der Erbprinzessin zur Ausstellung «Hannes Schmid - Concerned Photography» im Landesmuseum

Als ich das erste Mal von der Ausstellung «Hannes Schmid - Concerned Photography» erfahren habe, war ich sehr bewegt, Fotos zu sehen, die so schnell zur Gründung einer NGO namens Smiling Gecko geführt haben. Dank des grossen Engagements und der mutigen, selbstlosen und begeisternden Persönlichkeit von Hannes Schmid erreichte Smiling Gecko rasch eine grosse Anzahl von Unterstützern und Helfern, deren Hilfe so wichtig für das Projekt war. Sehr gern übernehme ich die Schirmherrschaft für diese Ausstellung, die im Liechtensteinischen Landesmuseum in Vaduz für mehrere Monate stattfindet.

Die Fotografie besitzt die Möglichkeit, Realitäten zu reflektieren und regt uns deshalb an, unsere Ansichten zu überdenken und zu ändern und kann so schlussendlich auch die Welt verändern. In dieser Ausstellung lernt man über eine Fotoreportage von Hannes Schmid die ärmsten Menschen in Kambodscha kennen. Die Fotoreportage vermenschlicht die wahre Realität von Armut und Korruption in einem Land, das von politischer Instabilität und dauernder Unsicherheit beeinträchtigt wird. Man wird konfrontiert mit Unwohlsein und Unbehagen. Aber vielleicht ist dies der Treibstoff, den es braucht, um einen Wandel hervorzubringen.

«Überbrückungsleistung» - lautet die Kernaufgabe von Smiling Gecko. Es ist wohl das, was die heutige Welt braucht. Wir leben in einer eng ineinander verflochtenen Umwelt, jetzt noch mehr als jemals zuvor. Unsere heutigen Handlungen haben Auswirkungen auf die Zukunft, auf uns selbst und auf andere. Wegzuschauen ist keine Option mehr, weil wir in der globalisierten Gesellschaft weiterschreiten werden. Wir schützen uns, wenn wir andere schützen, wir ernähren uns, wenn wir andere ernähren, wir kümmern uns um uns, wenn wir uns um andere kümmern. Dies sind die fundamental wichtigen Notwendigkeiten unserer Existenz, egal welchem kulturellen, religiösen oder wirtschaftlichen Hintergrund wir entstammen.

Geboren zu sein, war nicht unsere Wahl. Jedoch haben wir heute mehr denn je die Möglichkeit, bewusst Teil der Veränderung zu sein, die den Unterschied für jemanden ausmachen wird, der einer von uns sein könnte. Durch unsere Kenntnis tragen wir Mitverantwortung.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung, dass Sie eine Verbindung entdecken zu einem der wohl am meisten unterschätzten sozialen Probleme, die nicht nur Kambodscha betreffen, sondern die ganze Welt. Dank mehr Wissen können wir versuchen, unser Bewusstsein zu verändern. Mit Bewusstsein können wir Berge versetzen.

Sophie Erbprinzessin
von und zu Liechtenstein