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Interview

«Rosmarie's Öbetli» - eine beliebte Kultsendung

Seit Dezember 2015 sendet «Rosmarie's Öbetli» jeden Dienstag ab 19:00 Uhr Unterhaltungsmusik der gemütlichen und besonderen Art. Dazwischen werden Hörergrüsse übermittelt, Geschichten erzählt, manchmal Interviews geführt und Tonträger-Neuheiten vorgestellt.

Wir haben Rosmarie Lutziger im Studio «Radio Melody» besucht und haben von der beliebten Moderatorin mehr über «Rosmarie's Öbetli» erfahren und was die Radiosendungen für sie bedeuten. 

Rosmarie Lutziger: Für mich persönlich ist es eine Möglichkeit, Leute glücklich zu machen. Menschen, die alleine zuhause sind, allenfalls das Bett hüten müssen, andere, die am Arbeiten sind oder Familien, die gemütlich  zusammensitzen, in dieser Jahreszeit vielleicht am Grillieren sind, Menschen, die Unterhaltungsmusik lieben.
Meine Zuhörerinnen und Zuhörer können mich während der Sendung anrufen und Musikwünsche anbringen. Oft werden während den Gesprächen Ereignisse und Geschichten erzählt. Wie zum Beispiel ein älteres Fraueli aus Balzers, die sich immer sehr freut, wenn sie zu mir durchkommt und einen Musikwunsch anbringen kann. Sie erzählte mir, wie schön dieser Abend für sie ist und sie sich die ganze Woche auf «Rosmarie's Öbetli» freut. In solchen Momenten geht mir das Herz auf. Wenn ich nach Sendeschluss heimfahre weiss ich, dass meine Zuhörer für einen Moment den Alltag vergessen konnten, ihre Lieblingsmusik hörten und mit der «Rosmarie's Öbetli Familie», so wird während der Sendung oft liebevoll gegrüsst, drei gemütliche Stunden verbrachten. Freude zu     bereiten, das ist für mich einfach nur schön!
Im Vordergrund dieser Kultsendung stehen volkstümliche Schlager. Im breiten Repertoire erklingen aber auch Evergreens und Instrumentalmusik, wichtig für mich ist, dass deutsch gesungen wird und ab und zu ein rätoromanisches Lied, das gehört zur Region (lacht).
Gelegentlich bekomme ich von meinen Zuhörern WhatsApp-Bilder zugesendet und sie schreiben, wie sie es in geselliger Runde lustig haben, oder sie erzählen mir einen Witz, welchen ich ans Publikum weitergebe. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Zuhörer, welcher mich fragte: «Wenn der Geissbock in der Mitte der Rheinbrücke steht, gehört die Milch den Liechtensteinern oder den Schweizern?» In der Hektik, live ohne Unterbruch zu antworten meinte ich: «Beiden?» «Seit wann gibt ein Geissbock Milch!» Ich hörte die Menschen im Hintergrund lachen, das ist ein Ziel meiner Live-Sendung, Spass für alle!

In welchem Sendegebiet ist «Rosmarie's Öbetli» zu hören?
Weltweit, über DAB+, Kabel und Internet. Ich habe Anrufe aus Kanada, Amerika, Thailand, Ägypten, wirklich aus der ganzen Welt. Oft sind es Auslandschweizer die zuhören, manche grüssen Familienangehörige und andere freuen sich einfach über die Musik, welche ihnen die Heimat etwas näher bringt.

Moderieren Sie noch weitere Sendungen?
Einmal im Monat am Freitagabend moderiere ich das «Wunschkonzert» bei Radio Melody und zwei Montage im Monat «Bodeständigi Choscht». Was mich besonders freut sind die Rückmeldungen zu meinen Sendungen. Die Hörer denken nicht nur es war ein schöner Abend, sie nehmen sich sogar die Zeit und schreiben es mir per E-Mail oder WhatsApp, was ich sehr schätze.

Woher kommt die Freude an der Musik?
Ich bin in einer volkstümlichen Bauernfamilie aufgewachsen. Mein Vater war u.a. Mitgründer des Jodlerklubs Bergfinkli Grabs. Es gab viele schöne Abende in meiner Kindheit, wo gesungen, musiziert und getanzt wurde und das hat mich geprägt. Mein Herz öffnet sich heute noch, wenn ich einen schönen Naturjodel höre und darum bereitet mir die «Bodeständigi Choscht» im Radio Melody neben «Rosmarie's Öbetli» so viel Freude.

Wie kamen Sie zum Radio?
Eine witzige Geschichte; «schuld» war der Fussball. Dazumal als Frau war das vielleicht ein bisschen speziell. Die Liebe zum Fussball habe ich von meinem Grossvater mütterlicherseits. Als Kind oder Teenager war ich oft und gerne auf dem «Tschuttiplatz». Und so kam ich im Frühjahr 1991 zum Radio Gonzen in die Sportredaktion mit Fokus Fussball, was sich ganz schnell erweitert hat. Mit meinem Talent, ein bisschen Mädchen für alles zu sein, kam ich ins Tagesprogramm bei Radio Ri, wo ich u.a. für die Aufgabengebiete Nachrichten, Sport, Musik, Politik, Wetter, Interviews und Aussenauftritte als freie Mitarbeiterin eingesetzt wurde.
Mein Sport-Weg führte mich noch etwas weiter wie «nur» ins Radio, ich war die erste Fussball-Präsidentin der Ostschweiz beim FC Buchs. So ein Amt prägt, man kann viel Spass haben und lernt persönlich viel dazu; von Vorteil ist aber, wenn man ein dickes «Fell» hat. Diese Erfahrung habe ich ausgenutzt und habe mich später in die Politik gewagt. Für vier Jahre wurde ich ins Amt der Geschäftsprüfungskommission (FDP) gewählt, welches ich als Präsidentin leitete. In meinem Amtsjahr wurden mir auch die Sozialen Dienste Werdenberg zugeteilt, was emotional nicht wirklich einfach war. Begleitend dazu war ich im Vorstand der FDP Sevelen tätig.

Haben Sie auch Freizeit?
(lacht) S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein sagte einmal zu mir: «Wenn Sie ein Hobby, eine Beschäftigung oder ein Amt aufgeben, haben Sie gleich wieder das nächste», und ich weiss, er hat recht. Viel Zeit für mich persönlich habe ich nicht. Es gibt so viele Dinge, die mich interessieren und die mir Spass machen. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und es wäre schön, wenn mein Tag 88 Stunden hätte, so könnte ich noch viel mehr tun. Seit 2006 bin ich im Vorstand vom Verein Liechtenstein Werdenberg. Zudem bin ich seit Jahren Mitglied beim Int. Liechtensteiner Presseclub, bei der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft und Freunde des Liechtensteinischen Landesmuseums und seit neustem bei «Demenz Liechtenstein - eine Initiative des Vereins für Menschen mit Demenz in Liechtenstein».

Sie sind in Grabs aufgewachsen, haben in Buchs-Räfis und in Sevelen gewohnt und leben heute in Vaduz. Sind Sie mit der Region sehr verbunden?
Ja sehr, mit beiden Seiten des Rheins. Seit etwas mehr als 40 Jahren bin ich in Liechtenstein; nach meiner Lehrzeit und Ausbildung bei der Firma HILTI AG kam ich zur BIL, heute LGT (LGT ist eine führende internationale Private Banking und Asset Management Gruppe, die sich seit über 80 Jahren im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein befindet für vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger). Als «Personal Assistant» des Chairman und des CEO oder wohl besser gesagt als «Family Office» bin ich rund um die Uhr ausgefüllt mit verschiedensten «Sächeli» – ein Job, der mir auf den Leib geschnitten ist und viel Freude bringt. Das Organisieren der Internationalen Gottfried von Haberler Konferenz in Vaduz gehört ebenfalls zu meinen regionalen Aufgaben. Zudem bin ich seit 2006 im Stiftungsrat der Personalvorsorgestiftung der LGT Gruppe (Liechtenstein) als Arbeitnehmervertreterin.

Zeigt Ihre Arbeit bei der LGT und das Radio Parallelen auf ?
Oh ja – beide «Jobs» haben mit Organisation, Diplomatie, Improvisation und Spontanität zu tun. Und ich habe viele unterschiedliche Menschen um mich herum. Das fordert mich heraus und macht mein Leben interessanter, bei der LGT wie auch beim Radio.

Wir bedanken uns bei Rosmarie Lutziger für das Interview.

fotos + text: © exclusiv