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Diese Katze
ist die Sonne selbst –
Am Anfang gegenseitiger Begegnung

Die Geschichte unserer Hauskatze ist untrennbar verbunden mit Getreideanbau und Vorratswirtschaft, was zu den bedeutendsten Errungenschaften der Menschheit zählt.

Es waren wohl die Lager der frühen Ackerbauern, die im Orient vor über 9500 Jahren wilde Falbkatzen angezogen haben, da sie dort reichlich Beute an Nagern und gefährlichen Schlangen vorfanden.
Mit der häuslichen Katzenhaltung und der Verehrung der Göttin Bastet als Katze kündet sich im Alten Ägypten ebenfalls etwas Neues an. Noch im 3. Jahrtausend v. Chr. erschien diese Göttin in Gestalt einer Löwin als Symbol für die unberechenbare Macht der Natur. Nach Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. jedoch zeigte die wilde Löwin Bastet im Götterkult allmählich auch eine sanfte Kehrseite als Katze. Sie wurde als Auge des Sonnengottes verehrt und verkörperte Freude, Liebe, Festlichkeit und Häuslichkeit. Es war wohl ein Zeichen dafür, dass in zunehmendem Mass angenehme Dinge das Leben der Menschen im Niltal prägten.

Mit der Seefahrt hielt die Katze Einzug in Europa und in alle bewohnten Erdteile. Im 13. Jahrhundert kam es jedoch in Mitteleuropa im Zuge des Hexenwahns zur grausamen Verfolgung von Katzen, was die Ausbreitung der Pest wegen der Vermehrung von Nagern erleichtert haben dürfte. Ab der Renaissance aber avancierten Katzen allmählich zum häuslichen Mittelpunkt eines gebildeten Bürgertums. Immer mehr Künstler und Literaten entdeckten ihre Leidenschaft für die eigenwilligen Tiere.

Heute zählt die Katze weltweit zu den beliebtesten Haustieren. Eine im Mai 2018 veröffentlichte Erhebung im Auftrag des Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V. geht davon aus, dass im Jahr 2017 insgesamt 13,7 Millionen Samtpfoten in 22 Prozent der deutschen Haushalte lebten, Tendenz steigend. Hunde belegen mit «nur» 9,2 Millionen den zweiten Platz der Lieblingstiere in 18 Prozent der Haushalte. Es gibt kaum eine Berühmtheit, von der kein privates Foto mit einer Katze existiert. Durch das Internet sind die Samtpfoten schliesslich selbst zu Stars geworden.
Über die Gründe für die Beliebtheit der Katze gibt eine im Jahr 2014 in mehreren Zeitungen veröffentlichte Studie des Rheingold Instituts für Marktforschung in Köln Auskunft. Man fand u.a. heraus, dass uns Katzen in vielerlei Hinsicht faszinieren. Die intelligenten Stubentiger legen einerseits sehr innige Momente an den Tag, und ihre Nähe wird von uns als etwas ganz Besonderes empfunden. Andererseits brauchen sie auch Distanz. Katzen sind für uns Ruhepol und Anker in einem als hektisch und anonym empfundenen Alltag. Wir sind fasziniert von der Natürlichkeit und Wildheit der Katzen, die sie auch in unserer Gesellschaft bis heute beibehalten haben. Trotz einer langen Gemeinschaft mit den Menschen kann eine Katze jederzeit wieder in die Wildnis zurückkehren und dort ohne uns überleben.

Die Sonderausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum dauert bis Sonntag, den 20. Oktober 2019.

Katzensarg mit sitzender Katze

Katzenmumie

Statuette der Göttin Bastet

Statuette einer hockenden Katze

Realistischer Katzenkopf

www.landesmuseum.li

fotos: © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig