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Saison Opening: Bobsportler starten
in Richtung Lausanne 2020 und Peking 2022

«Unsere jungen Athleten sollen in der bevorstehenden Saison vor allem Erfahrungen auf technisch schwierigen Bahnen sammeln», sagt Iwan J. Ackermann, Präsident von Bob Liechtenstein Ende Oktober beim «Saison Opening» in Schaan. Die grossen Ziele für das junge Kader heissen Olympische Jugendspiele 2020 in Lausanne und Olympische Winterspiele 2022 in Peking. Die Marschrichtung stimmt, das Tempo ebenfalls.



Vaduz, 1. November 2018 – Mit seinem traditionellen «Saison Opening» abseits des Eiskanals ist Bob Liechtenstein am Mittwochabend in Schaan in den Winter gestartet. Auf dem Sportplatz Rheinwiese – gesponsert vom seit diesem Sommer auch in Liechtenstein physisch präsenten Sponsor Adeon AG – informierten die Verbandsverantwortlichen Mitglieder, Sponsoren, Gönner und Medien über die bereits erfolgten Saisonvorbereitungen, zeigten Ziele auf und stellten das aktuelle, noch sehr junge Kader vor. Auf der Anschubbahn konnten die Anwesenden (unter ihnen auch Athleten-Eltern sowie die Gastgeber Adeon-CEO Simeon Zimmermann und Niederlassungsleiter Adrian Dähler) die schwierige und kraftintensive Anschubphase am eigenen Leib erleben konnten. 

Rückblick auf eine Aufbausaison
Iwan J. Ackermann, Präsident von Bob Liechtenstein, gewährt beim «Saison Opening» jeweils einen vertieften Blick in die Aktivitäten des Bob- & Skeleton-Club Liechtenstein, wobei der sportliche Aspekt im Zentrum steht. Nachdem vor Jahresfrist das Athletenkader massiv verjüngt worden war, stand die letzte Saison unter dem Titel «Aufbau». «Wenn man die anwesenden Athletinnen und Athleten anschaut, ist optisch klar zu erkennen, dass das gezielte Aufbautraining hinsichtlich Körperkraft, Stabilität und Schnellkraft von Erfolg gekrönt war», freut sich der Bob-Präsident über die gute physische Verfassung «seiner» Sportler. Nicht nur ausserhalb des Eiskanals, auch in der Bahn haben die jungen Athleten letzte Saison Fortschritte gemacht und wertvolle Erfahrungen gesammelt; Piloten und Anschieber profitierten von zahlreichen Lehrgängen. «Unsere Athleten absolvieren vier Trainings pro Woche. Zusätzlich führen wir jeden Monat ein dreitägiges Trainingswochenende in Schaan durch, bei dem gezielt an der Verbesserung der Anschubtechnik gearbeitet wird. Hier bewährt sich die vor zwei Jahren angeschaffte mobile Anschubbahn bestens», so Ackermann.
 
Liechtensteins Bobsportler befinden sich auf einem guten Weg, davon ist der Präsident überzeugt. Die Strukturen stimmen und sind stabil: Die Sponsoren halten Bob Liechtenstein die Treue, auf Gönner-Seite konnte gar ein Neuzugang – IMP AG – verzeichnet werden. Das Trainer-Team ist etabliert, der zu Beginn der letzten Saison als neuer Leichtathletik-Trainer dazugestossene Vorarlberger Hans-Jürgen Steiner hat sich bestens integriert. Insgesamt drei A-Trainer kümmern sich um Liechtensteins Bobsportler, neben Steiner sind dies Bahntrainer Roland Stephan sowie Anschub- und Krafttrainer Norman Dannhauer.

Fünf im Bob, eine auf dem Skeleton
Aktuell gehören dem Kader von Bob Liechtenstein zwei Damen und vier Herren an; fünf dieser sechs Athleten rasen im Bob (Monobob und Zweierbob) durch den Eiskanal, eine der jungen Damen, Katharina Eigenmann (16), ist letzte Saison auf den Skeletonschlitten umgestiegen und hat die Ausbildung zur Skeleton-Fahrerin erfolgreich absolviert. Im Oktober 2018 war Eigenmann bereits das erste Mal in dieser Saison im Eiskanal, im Dezember wird sie ihr erstes Skeleton-Rennen bestreiten.

Liechtensteins neues Zweierbob-Team bilden «Team-Senior» Sebastien Kranz (21/Pilot), der seit vier Jahren bei Bob Liechtenstein ist, und Neuling Max Ostler (20/Bremser). Kranz musste sich vor kurzem einer Meniskus-Operation entziehen und fällt bis Februar aus. Ostler wird bis dahin aber Trainingsfahrten absolvieren, um ein Gefühl für den Eiskanal zu entwickeln.

Weitere Rennerfahrungen sammeln werden dieses Jahr die Mitglieder des Jugendkaders: Quentin Sanzo (16) und Martin Kranz (15) haben im letzten Winter erste Rennen bestritten und an den Schweizermeisterschaften teilgenommen. Mitte November werden sie zusammen mit der aus Québec (Kanada) zurückgekehrten Simone Zanghellini (16) in Oberhof (Deutschland) die nächsten Trainingsläufe im Eiskanal absolvieren. Renneinsätze auf internationaler Ebene sind in St. Moritz (9. bis 14. Februar 2019) sowie im deutschen Königssee (16. bis 23. Februar 2019) geplant. «Daneben werden unsere Athleten in St. Moritz, Igls und Königssee an nationalen Rennen teilnehmen», erklärt Sportchef Srecko Kranz. Zudem stünden in den kommenden Monaten wichtige Lehrgänge an; das Kader übersiedle zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag für zehn Tage nach St. Moritz, Mitte März dann für ein einwöchiges Trainingslager nach Lillehammer (Norwegen). Für die weitere Entwicklung der Liechtensteiner Bobsportler von grosser Wichtigkeit sei die Fortführung der in den letzten beiden Jahren erfolgreichen Kooperation mit dem Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD). Der zweijährigen Kooperationsvertrag (2016 bis 2018) wurde deshalb bis Ende Saison 2019/20 verlängert. So lange werden die Bob-Liechtenstein-Athleten Ausbildung und Training gemeinsam mit den deutschen Kollegen absolvieren und dafür ins grosse BSD-Team integriert sein. Das bringt Vorteile: «Sechs bis acht Betreuer entlang der Bahn sehen mehr als einer oder zwei», sagt Srecko Kranz. Ausserdem beginnt die Saison im Eiskanal für die Liechtensteiner dank dieser Kooperation bereits früh im Herbst.

Lausanne 2020 und Peking 2022 im Visier
«Wir haben eine Vision für den Liechtensteiner Bobsport. Und wir haben zwei klare Ziele: die Olympischen Jugendspiele Anfang 2020 in Lausanne und die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking», sagt Präsident Iwan J. Ackermann. Die sportlichen Ziele für die Saison 2018/19 klingen eher bescheiden: «Es geht für unsere jungen Athletinnen und Athleten vor allem darum, Erfahrungen auf technisch schwierigen Bahnen zu sammeln. Darüber hinaus wollen wir aber bei internationalen YOG-Rennen zumindest Top-8-Klassierungen erreichen.»

Im Januar 2020 dann will Bob Liechtenstein vier Athleten zu den Olympischen Jugendspielen nach Lausanne entsenden. «Unser Ziel ist es, dass sich zwei männliche und eine weibliche Pilotin im Monobob sowie eine Skeleton-Fahrerin für diese Wettkämpfe qualifizieren», sagt der Präsident. Die Qualifikation eines liechtensteinischen Zweierbobs für Peking 2022 falle allerdings noch unter den Begriff «Fernziel».

Kein Fernziel, sondern ein sehr aktuelles Anliegen ist die weitere Rekrutierung von Nachwuchssportlern. Die Faszination Eiskanal lässt sich in Liechtenstein zwar nicht live erleben, aber beim Training mit der Anschubbahn könne auf dem Schaaner Sportplatz ein realistischer Eindruck von der Athletik dieses Sports gewonnen werden, sagt der Bob-Liechtenstein-Präsident.

Das Kader 2018/19:
Sebastien Kranz (Zweierbob, Pilot/verletzt), Max Ostler (Zweierbob, Anschieber), Martin Kranz (Monobob, Jugendkader), Quentin Sanzo (Monobob, Jugendkader), Simone Zanghellini (Monobob, Jugendkader), Katharina Eigenmann (Skeleton, Jugendkader)

www.bobverband.li