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Interview zur Sonderausstellung

Goldene Schuhe

Fotografien aus der Sammlung des Liechtensteinischen Landesmuseums von Oliver Mark

Bekannt ist er vor allem durch seine Fotografien von berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. exclusiv: Herr Mark, Ihre Bilder zeigen oft Menschen in nicht alltäglichen Situationen, jedes Bild ist eine Geschichte mit viel Raum für Assoziationen. Woraus schöpfen Sie Ihre Inspiration? Oliver Mark: Eine Inspiration ist z.B. die unweit von meinem Studio gelegene Berliner Gemäldegalerie mit den alten europäischen Meistern vom 13. bis zum 18. Jahrhundert.

Sehen Sie sich als Teil Ihrer Bilder oder sind Sie eher der Beobachter der Geschehnisse? Oliver Mark: Im besten Fall ist jede Arbeit ein Teil von mir.

Wie gelingt es Ihnen das Gegenüber zu inspirieren? Oliver Mark: Ich rede einfach nur mit den Menschen. Zeige einige Arbeiten, erzähle von dem Plan. Ausserdem versuche ich immer, eine absolute Offenheit herzustellen. Hilfreich ist, eigene  Fehler zuzulassen.

Wie kamen Sie zur Fotografie? Oliver Mark: Im Alter von neun Jahren gewann ich beim Malwettbewerb den ersten Preis.
Ich malte einen schwarzen Kugelstosser. Zu diesem Anlass schenkte mir mein Vater eine Kamera. Der Preis war eine Reise zu den olympischen Spielen nach München 1972. Ich war so fasziniert von den eigenen Bildern, die so anders wirkten als in den Zeitschriften, die ich bis dahin kannte. Fairness halber muss ich sagen, dass meine Schwester das Bild angefangen hat zu malen, und ich es nur ausgemalt habe.

Wie kommt es dazu, dass Sie so viele Persönlichkeiten fotografiert haben und fotografieren? Oliver Mark: Ich wurde  gefragt.
Gibt es ein Shooting, das Ihnen besonders in Erinnerung blieb? Oliver Mark: Ich sollte Idris Elba für die ZEIT fotografieren und hatte mir überlegt, ich könnte eine Brücke schlagen zu Nelson Mandela, den er gerade gespielt hatte. Also nahm ich meine Handschellen mit. Elba stimmte zu, legte sich gefesselt auf den Boden des Hotelzimmers. Die PR-Frau, die dann reinkam, war irgendwie ziemlich hysterisch deswegen. Das Bild ist nichts geworden.

Die Ausstellung im Landesmuseum im Fürstentum Liechtenstein, bedeutet für Sie? Oliver Mark: Kürzlich bin ich mit einer akuten Augenentzündung in Vaduz angereist, ich war mir nicht sicher, was es war. Eine der Museumsdamen schaute in mein Auge und meinte, es ist ein Gerstenkorn. Sie hat mich daraufhin spontan in die Apotheke begleitet. Es war ein Gerstenkorn! Bis jetzt bin ich elf Mal in Liechtenstein gewesen. Wenn ich an Liechtenstein denke, denke ich an die Menschen, die kurzen und langen Begegnungen. Momente wie den gerade beschriebenen. An Bilder, die ich dort gemacht oder gesehen habe, z.B. das titelgebende Motiv der Ausstellung «Goldene Schuhe» mit meiner Freundin der Künstlerin Isa Melsheimer. Dann der Direktor Prof. Dr. Rainer Vollkommer des Landesmuseums, allein vom Aussehen her eine Erscheinung. Wenn er anfängt zu reden, ist es oft sehr humorvoll, in jeden Fall ein Erkenntnisgewinn. Für mich ist es eine Freude und Ehre, im Landesmuseum auszu- stellen aber auch ein Stück weit Erholung aus dem 785 km entfernten Berlin.

Die Ausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum dauert bis Sonntag, den  12. Januar 2020 / www.landesmuseum.li

Goldene Schuhe, Vaduz 2019

Anthony Hopkins, Berlin 2001

Max Raabe & Marilyn Manson, Berlin 2006

Kristen Stewart, Hamburg 2017

fotos: © oliver mark / text: © exclusiv