Besonders prägend für die aktuelle Entwicklung sind zwei Faktoren: der rasante technologische Wandel sowie eine demografische Veränderung historischen Ausmasses. Erstmals in der Geschichte wächst die Weltbevölkerung nicht mehr kontinuierlich, sondern geht in vielen Regionen zurück. Dies stellt bestehende wirtschaftliche Modelle grundlegend infrage.
Auch einfache Deutungsmuster, etwa der Gegensatz zwischen Demokratien und Autokratien, greifen laut Prinz Michael zu kurz. Neben diesen Blöcken gewinnen andere Weltregionen zunehmend an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Als zentrale Herausforderungen nannte er die demografische Entwicklung, die hohe Verschuldung vieler Staaten sowie ein schwindendes Selbstvertrauen im Westen. Gleichzeitig verändert sich die internationale Zusammenarbeit: Die USA verfolgen zunehmend eine bilaterale und transaktionale Politik und bereiten sich strategisch auf einen möglichen Konflikt mit China im Pazifik vor. In diesem Zusammenhang verwies Prinz Michael auf technologische Schlüsselbereiche, insbesondere die globale Chipproduktion. Initiativen wie die sogenannte «Pax Silica» verdeutlichen, wie wichtig der Zugang zu Hochtechnologie und Energie geworden ist. Die Spannungen zwischen den USA und China – insbesondere im Hinblick auf Taiwan – bleiben dabei ein entscheidender Faktor.