Caroline Hilty Kuratorin Liechtensteinisches PostMuseum © exclusiv
Würdigung einer vielseitigen Gestalterin
Andrea Kauer Loens, Direktorin des Liechtensteinischen LandesMuseums, begrüsste die Gäste und verwies auf die Ausstellungsreihe über Briefmarkengestalterinnen und Briefmarkengestalter, die mit dieser Ausstellung fortgesetzt wird. Es handelt sich bereits um die zwölfte Ausstellung, und erst zum zweiten Mal steht eine Künstlerin im Mittelpunkt. Mit einem Augenzwinkern machte Andrea Kauer Loens deutlich, dass es höchste Zeit sei, die Arbeit von Silvia Ruppen auf diese Weise zu würdigen.
Im Anschluss richtete Markus Burgmeier, Mitglied des Stiftungsrats des Liechtensteinischen LandesMuseums, seine Grussworte an die Anwesenden. Er zeichnete den beruflichen Weg von Silvia Ruppen nach und würdigte ihre langjährige gestalterische Tätigkeit, die weit über die Briefmarkenkunst hinausreicht.
Die gebürtige Zürcherin lebt seit 1972 in Liechtenstein. Über zwanzig Jahre arbeitete sie im Atelier Louis Jäger in Vaduz, bevor sie ihr eigenes Grafikatelier gründete. Als Buchgestalterin und Illustratorin prägt sie zahlreiche Publikationen und hat mit ihrer unverwechselbaren grafischen Handschrift die literarische und kulturelle Landschaft Liechtensteins ebenso wie die visuelle Kommunikation und die Gestaltung von Ausstellungen wesentlich mitgeprägt.
Die Liebe als Grundlage der Gestaltung
Caroline Hilty, Kuratorin des Liechtensteinischen PostMuseums, führte in die Ausstellung ein und erläuterte dabei auch die Entstehung des Titels «Ohne Liebe geht es nicht».
Bei den Vorbereitungen entdeckte sie auf einer Skizze von Silvia Ruppen die handschriftliche Notiz «Ohne Liebe ging es nicht». Diese Worte bringen eine Haltung zum Ausdruck, die sich durch Silvia Ruppens gesamtes Schaffen zieht: die Liebe zur gestalterischen Arbeit, die Bereitschaft, sich auf ein Thema einzulassen, Details sorgfältig zu prüfen und so lange an einer Lösung zu arbeiten, bis Inhalt und Gestaltung miteinander harmonieren.
Wie viel gestalterisches Können hinter den kleinen Kunstwerken steckt, zeigt sich besonders bei den unterschiedlichen Motiven. Bei der Darstellung seltener Bienen und anderer Insekten gilt es, Körperformen, Flügel und charakteristische Merkmale präzise herauszuarbeiten. Andere Sujets verlangen ein besonderes Gespür für Farben, Licht und Komposition. Wie lässt sich ein Gemälde auf wenigen Quadratzentimetern wiedererkennbar machen? Wie können Glanz, Materialität und feine Verzierungen eines kostbaren Schmuckstücks im kleinen Format zur Geltung kommen?
Eine besondere Herausforderung war die Gestaltung von Briefmarken zu Gustav Klimts Werken «Der Kuss» und «Tod und Leben». Um die Farbigkeit der Gemälde möglichst authentisch wiederzugeben, reiste Silvia Ruppen nach Wien, um die Farben direkt mit den Originalwerken abzugleichen. Ihre Skizzen dokumentieren die sorgfältige Auseinandersetzung mit Tonwerten und Goldtönen. Sie zeigen, wie intensiv sie sich mit den Vorlagen beschäftigte, um deren charakteristische Wirkung auch im Briefmarkenformat zu bewahren.