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«Ohne Liebe geht es nicht» – Silvia Ruppen und die Kunst der kleinen Formate im PostMuseum

«Ohne Liebe geht es nicht» – Silvia Ruppen und die Kunst der kleinen Formate im PostMuseum

(v.l.) Markus Burgmeier, Silvia Ruppen, Caroline Hilty, Andrea Kauer Loens, © exclusiv
(v.l.) Markus Burgmeier, Silvia Ruppen, Caroline Hilty, Andrea Kauer Loens, © exclusiv

49 Briefmarken, ein Vierteljahrhundert kreatives Schaffen und eine prägende Persönlichkeit der liechtensteinischen Grafik: Die Sonderausstellung «Ohne Liebe geht es nicht» würdigt das vielseitige Werk von Silvia Ruppen und gibt Einblick in ihre besondere Art, mit Stift, Pinsel und viel Liebe zum Detail Bildwelten auf kleinstem Raum zu schaffen.

«Ohne Liebe geht es nicht.» Diesen Satz schrieb Silvia Ruppen einst auf eine ihrer Briefmarkenskizzen. Er bringt ihre Haltung zur gestalterischen Arbeit auf den Punkt. Die neue Sonderausstellung im Liechtensteinischen PostMuseum zeigt anhand von 49 Briefmarken aus den Jahren 2001 bis 2025, wie vielfältig ihr Schaffen ist. Am Mittwoch, 28. Oktober, wurde die Ausstellung im Liechtensteinischen LandesMuseum offiziell eröffnet. Im Mittelpunkt steht eine Künstlerin und Pionierin der Grafik, die die visuelle Kultur Liechtensteins mitgeprägt hat.

Die Motive reichen von winzigen Bienen und heimischen Tieren über Landwirtschaft und Wissenschaft bis hin zu kostbaren Schmuckeiern und Meisterwerken von Gustav Klimt und Peter Paul Rubens. Jedes Thema stellte Silvia Ruppen vor eine eigene gestalterische Aufgabe: Wie lässt sich eine komplexe Aussage auf kleinstem Raum verdichten und in ein Bild übersetzen, das neugierig macht und im Gedächtnis bleibt?

Caroline Hilty Kuratorin Liechtensteinisches PostMuseum © exclusiv
Caroline Hilty Kuratorin Liechtensteinisches PostMuseum © exclusiv

Würdigung einer vielseitigen Gestalterin

Andrea Kauer Loens, Direktorin des Liechtensteinischen LandesMuseums, begrüsste die Gäste und verwies auf die Ausstellungsreihe über Briefmarkengestalterinnen und Briefmarkengestalter, die mit dieser Ausstellung fortgesetzt wird. Es handelt sich bereits um die zwölfte Ausstellung, und erst zum zweiten Mal steht eine Künstlerin im Mittelpunkt. Mit einem Augenzwinkern machte Andrea Kauer Loens deutlich, dass es höchste Zeit sei, die Arbeit von Silvia Ruppen auf diese Weise zu würdigen.

Im Anschluss richtete Markus Burgmeier, Mitglied des Stiftungsrats des Liechtensteinischen LandesMuseums, seine Grussworte an die Anwesenden. Er zeichnete den beruflichen Weg von Silvia Ruppen nach und würdigte ihre langjährige gestalterische Tätigkeit, die weit über die Briefmarkenkunst hinausreicht.

Die gebürtige Zürcherin lebt seit 1972 in Liechtenstein. Über zwanzig Jahre arbeitete sie im Atelier Louis Jäger in Vaduz, bevor sie ihr eigenes Grafikatelier gründete. Als Buchgestalterin und Illustratorin prägt sie zahlreiche Publikationen und hat mit ihrer unverwechselbaren grafischen Handschrift die literarische und kulturelle Landschaft Liechtensteins ebenso wie die visuelle Kommunikation und die Gestaltung von Ausstellungen wesentlich mitgeprägt.

Die Liebe als Grundlage der Gestaltung

Caroline Hilty, Kuratorin des Liechtensteinischen PostMuseums, führte in die Ausstellung ein und erläuterte dabei auch die Entstehung des Titels «Ohne Liebe geht es nicht».

Bei den Vorbereitungen entdeckte sie auf einer Skizze von Silvia Ruppen die handschriftliche Notiz «Ohne Liebe ging es nicht». Diese Worte bringen eine Haltung zum Ausdruck, die sich durch Silvia Ruppens gesamtes Schaffen zieht: die Liebe zur gestalterischen Arbeit, die Bereitschaft, sich auf ein Thema einzulassen, Details sorgfältig zu prüfen und so lange an einer Lösung zu arbeiten, bis Inhalt und Gestaltung miteinander harmonieren.

Wie viel gestalterisches Können hinter den kleinen Kunstwerken steckt, zeigt sich besonders bei den unterschiedlichen Motiven. Bei der Darstellung seltener Bienen und anderer Insekten gilt es, Körperformen, Flügel und charakteristische Merkmale präzise herauszuarbeiten. Andere Sujets verlangen ein besonderes Gespür für Farben, Licht und Komposition. Wie lässt sich ein Gemälde auf wenigen Quadratzentimetern wiedererkennbar machen? Wie können Glanz, Materialität und feine Verzierungen eines kostbaren Schmuckstücks im kleinen Format zur Geltung kommen?

Eine besondere Herausforderung war die Gestaltung von Briefmarken zu Gustav Klimts Werken «Der Kuss» und «Tod und Leben». Um die Farbigkeit der Gemälde möglichst authentisch wiederzugeben, reiste Silvia Ruppen nach Wien, um die Farben direkt mit den Originalwerken abzugleichen. Ihre Skizzen dokumentieren die sorgfältige Auseinandersetzung mit Tonwerten und Goldtönen. Sie zeigen, wie intensiv sie sich mit den Vorlagen beschäftigte, um deren charakteristische Wirkung auch im Briefmarkenformat zu bewahren.

Caroline Hilty und Silvia Ruppen © exclusiv
Caroline Hilty und Silvia Ruppen © exclusiv

Ein Blick hinter die fertige Briefmarke

Besonders aufschlussreich sind die ausgestellten Skizzen und Entwürfe. Sie erlauben einen Blick in den Arbeitsprozess und zeigen, dass einer fertigen Briefmarke zahlreiche Überlegungen, Versuche und Entscheidungen vorausgehen. Neben den fertigen Marken sind auch Briefmarkenbogen, Maximumkarten, Ersttagsbriefe und Stempel zu sehen. Nicht umgesetzte Entwürfe ergänzen die Präsentation und machen deutlich, dass zum kreativen Prozess auch verworfene Ideen und alternative Lösungsansätze gehören.

Kleine Formate, grosse Leidenschaft

Die Sonderausstellung zeigt eindrücklich, wie viel künstlerisches Gespür, technisches Können und Sorgfalt nötig sind, um ein Thema auf kleinstem Raum überzeugend umzusetzen. Silvia Ruppens Briefmarken sind kleine Kunstwerke, die zum genaueren Hinsehen einladen und dabei immer wieder neue Details offenbaren.

Die Sonderausstellung «Ohne Liebe geht es nicht – Silvia Ruppens Briefmarkenkunst» ist bis zum 25. April 2027 im Liechtensteinischen PostMuseum in Vaduz zu sehen.

Rahmenprogramm:
Caroline Hilty, Kuratorin des Liechtensteinischen PostMuseums, und die Grafikerin Silvia Ruppen laden zu folgenden Führungen ein:

Freitag, 20. November 2026, 14.30 Uhr
Sonntag, 21. Februar 2027, 14 Uhr

Liechtensteinisches PostMuseum
Die Führungen sind kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen: www.landesmuseum.li

 

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