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Austrian Economics at Work – XX. Gottfried von Haberler Konferenz in Vaduz mit internationalen Fachexperten

Austrian Economics at Work – XX. Gottfried von Haberler Konferenz in Vaduz mit internationalen Fachexperten

S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein
S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein

Vaduz, 29. Mai 2026. Unter dem Titel «Austrian Economics at Work» widmete sich die XX. Internationale Gottfried von Haberler Konferenz in Vaduz der praktischen Anwendung der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und ihrer Bedeutung für aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Herausforderungen. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie renommierte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland diskutierten konkrete marktwirtschaftliche Lösungsansätze in den Bereichen Geldpolitik, Bildung, Altersvorsorge, Umweltpolitik und Wirtschaftsreformen.

«250 Jahre nach Adam Smiths «Wohlstand der Nationen» und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung stehen individuelle Freiheit, Eigenverantwortung und marktwirtschaftliches Denken erneut unter Druck. Gerade deshalb ist es wichtig, die Prinzipien der Österreichischen Schule nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern ihre praktische Relevanz sichtbar zu machen», sagte S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Initiator der Konferenz und Gastgeber. «Unsere Konferenz zeigt, dass freiheitliche ldeen nicht nur historische Bedeutung haben, sondern konkrete Antworten auf aktuelle Herausforderungen liefern können.»

Die Gottfried von Haberler Konferenz wird jährlich von der European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF) organisiert und fand 2026 bereits zum zwanzigsten Mal in Vaduz statt. Zahlreiche Teilnehmende aus Europa und Übersee nutzten die Gelegenheit, sich mit den Referierenden und anderen Gästen über marktwirtschaftliche Reformansätze, unternehmerische Innovationen und die Zukunft freiheitlicher Gesellschaftsordnungen auszutauschen.

«Die Österreichische Schule bietet einen Denkrahmen, der Verantwortung, Unternehmertum und individuelle Entscheidungsfreiheit ins Zentrum stellt. Gerade in Zeiten wachsender staatlicher Eingriffe und wirtschaftlicher Unsicherheit wollen wir mit dieser Tagung zeigen, dass freie Märkte praktikable und erfolgreiche Lösungen hervorbringen können», betonte S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein. 

Adrián Ravier
Adrián Ravier

Das Wichtigste aus den einzelnen Referaten:

Adrián Ravier: On the State of Argentina's Reforms 

Der argentinische Ökonom Adrián Ravier analysierte die wirtschaftspolitischen Reformen der Regierung Javier Milei und deren Auswirkungen auf Inflation, Staatsfinanzen und wirtschaftliche Dynamik in Argentinien. Ausgangspunkt seiner Analyse war die schwere makroökonomische Krise des Landes mit hoher Inflation, massiven fiskalischen Ungleichgewichten und erheblichen Verzerrungen auf den Devisenmärkten. 
Ravier erläuterte, wie die Regierung durch einen raschen fiskalischen Anpassungskurs innerhalb kurzer Zeit einen ausgeglichenen Staatshaushalt erreichen konnte. Gleichzeitig sei die monetäre Finanzierung staatlicher Defizite reduziert und die Bilanz der Zentralbank stabilisiert worden. Dadurch habe sich die lnflationsdynamik deutlich abgeschwächt. 
Besonders hervorgehoben wurden die Liberalisierung des Wechselkurssystems, der Abbau staatlicher Eingriffe sowie die schrittweise Öffnung der Wirtschaft. Trotz einer anfänglichen Rezession seien erste Erholungstendenzen sichtbar geworden, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Bergbau und exportorientierte Dienstleistungen. Ravier betonte, dass die argentinischen Reformen auf fiskalischer Disziplin, monetärer Stabilität und marktwirtschaftlicher Öffnung basieren. Langfristig werde entscheidend sein, ob diese Reformen institutionell abgesichert und politisch nachhaltig verankert werden können.

James Tooley: For «A Fistful of Dollars»: Low-Cost Schools in the US, Africa and Asia

Der britische Bildungsforscher James Tooley widmete sich dem weltweiten Aufstieg kostengünstiger Privatschulen in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie zunehmend auch in den USA. Auf Basis jahrzehntelanger Forschung argumentierte Tooley, dass private Bildungsinitiativen insbesondere in armen Regionen oft bessere Resultate erzielen als staatliche Schulen. 
Anhand zahlreicher Beispiele aus Afrika und Asien zeigte Tooley, dass Millionen von Familien freiwillig private Schulen wählen, obwohl sie nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. Entscheidend seien dabei höhere Unterrichtsqualität, stärkere Verantwortlichkeit der Schulen gegenüber Eltern sowie unternehmerische Innovationen im Bildungsbereich. Tooley betonte, dass diese Schulen häufig ohne staatliche Unterstützung entstehen und dennoch nachhaltige, skalierbare Lösungen für Bildungsprobleme bieten. Auch in den USA entstehe zunehmend eine Bewegung kostengünstiger privater Bildungsangebote, die alternative Modelle zum traditionellen staatlichen Schulsystem entwickeln. 
Er argumentierte, dass Bildung dort besonders erfolgreich sei, wo Wettbewerb, Eigeninitiative und unternehmerisches Denken Raum erhalten. Die Entwicklung kostengünstiger Privatschulen sei deshalb ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie freie Märkte gesellschaftliche Herausforderungen lösen können.

Kristian Niemietz: Die Zeitbombe entschärfen! Private Pensionsfonds

Der deutsche Ökonom Kristian Niemietz widmete seinen Vortrag den strukturellen Problemen staatlicher Umlageverfahren und der Frage, weshalb viele westliche Pensionssysteme trotz jahrzehntelanger Warnungen weiterhin unzureichend reformiert wurden. 
Ausgangspunkt seiner Analyse war der demografische Wandel mit steigender Lebenserwartung und sinkenden Geburtenraten, der umlagefinanzierte Systeme zunehmend unter Druck setzt. Niemietz zeigte auf, dass steigende Sozialausgaben und wachsende Belastungen für jüngere Generationen langfristig erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Spannungen erzeugen. 

Er argumentierte, dass kapitalgedeckte private Vorsorgesysteme widerstandsfähiger und nachhaltiger seien als staatliche Umlageverfahren. Länder, die stärker auf private Pensionsfonds setzen, verfügten über robustere Strukturen und geringere demografische Risiken. 
Niemietz kritisierte, dass viele Regierungen notwendige Reformen über Jahrzehnte hinausgeschoben hatten. Gleichzeitig verwies er auf positive Entwicklungen wie höhere Erwerbsquoten älterer Arbeitnehmer und schrittweise Anpassungen des Rentenalters. Dennoch seien tiefgreifendere Strukturreformen notwendig, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.

Mark J. Valek: Gold, Bitcoin und Austrian Economics

Der österreichische Fondsmanager und Unternehmer Mark J. Valek beleuchtete die Rolle von Gold und Bitcoin aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und diskutierte grundlegende Fragen zur Natur des Geldes. Valek stellte die geldtheoretischen Überlegungen von Carl Menger den staatlichen Geldtheorien gegenüber und argumentierte, dass Geld historisch nicht durch staatliche Vorgaben, sondern als Ergebnis marktwirtschaftlicher Prozesse entstanden sei. Gold habe sich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften über Jahrhunderte hinweg als stabiles monetäres Gut etabliert. 
Vor diesem Hintergrund analysierte Valek auch die Bedeutung von Bitcoin und digitalen Geldformen. Er argumentierte, dass alternative Geldsysteme zunehmend als Reaktion auf expansive Geldpolitik, Inflation und Vertrauensverluste in staatliche Währungen entstehen. 
Besonders betonte Valek die Bedeutung stabiler monetärer Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung und Vermögensschutz. Die Österreichische Schule liefere wichtige analytische Werkzeuge, um aktuelle geldpolitische Entwicklungen besser zu verstehen und langfristige Risiken des Fiat-Geldsystems einzuordnen.

Matt Ridley: Protecting the Environment? Use Free Markets!
 
Der britische Wissenschaftsautor Matt Ridley widmete sich der Frage, wie marktwirtschaftliche Mechanismen zum Schutz der Umwelt beitragen können. Er argumentierte, dass freie Märkte und technologische Innovationen häufig wirksamere Lösungen hervorbringen als zentralstaatliche Steuerungsmodelle. 
Ridley verwies auf zahlreiche Beispiele, in denen marktwirtschaftliche Anreizsysteme erfolgreich Umweltprobleme reduziert hätten - etwa im Emissionshandel, in nachhaltig organisierten Fischereien oder bei privatwirtschaftlichen Naturschutzprojekten. Gleichzeitig kritisierte er zentrale Planungsansätze, die oft ineffizient seien und falsche Anreize setzten. 
Besonders hob Ridley hervor, dass Wohlstand, technologische Entwicklung und wirtschaftliche Freiheit vielfach mit besseren Umweltstandards einhergehen. Reiche und innovative Gesellschaften verfügten über grössere Möglichkeiten, Umweltprobleme zu lösen und natürliche Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften. 
Er plädierte dafür, Umweltpolitik stärker an Eigentumsrechten, Innovation und unternehmerischen Lösungen auszurichten. Freie Märkte könnten - richtig eingesetzt - einen entscheidenden Beitrag zum langfristigen Schutz von Natur und Ressourcen leisten.

ECAEF in Kürze
 
Die European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF) ist ein liberaler Think Tank mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein. ECAEF begrüsst die Tradition der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und fördert durch verschiedene Aktivitäten das Verständnis für die Theorien und das Wissen dieser Denkschule. ECAEF steht ein für Selbstverantwortung, Unternehmertum, freie Marktwirtschaft und ein sinnvolles Mass an staatlichen Aktivitäten. Mit der Gottfried von Haberler Konferenz möchte ECAEF der Öffentlichkeit eine andere Perspektive auf wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entwicklungen aufzeigen und zur positiv-kritischen Auseinandersetzung mit relevanten Zeitthemen anregen. ECAEF

Quelle Text und Fotos: Pressestelle der Gottfried von Haberler Konferenz

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