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Zuversicht als Haltung in bewegten Zeiten – Neujahrsempfang der UFL in Triesen

Zuversicht als Haltung in bewegten Zeiten – Neujahrsempfang der UFL in Triesen

Rektorin Dr. phil. Barbara Gant
Rektorin Dr. phil. Barbara Gant

Mit einem festlichen Neujahrsempfang begrüsste die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) am 16. Januar 2026 das neue Jahr. Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft folgten der Einladung in die Räumlichkeiten der Universität in Triesen, um gemeinsam auf das kommende Jahr zu blicken, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und den persönlichen Austausch zu pflegen.

Zu Beginn des Abends hiess Rebekka Wehrer, Abteilungsleiterin Kommunikation der UFL, die Gäste willkommen, skizzierte kurz den Ablauf des Programms und übergab anschliessend das Wort an Rektorin Dr. phil. Barbara Gant.

In ihrer Ansprache stellte die Rektorin die rasanten Veränderungen unserer Zeit in den Mittelpunkt. «Unsere Welt verändert sich rasant, das Tempo ist hoch, die Geschwindigkeit herausfordernd», hielt sie fest. Viele Entwicklungen würden verunsichern, manchmal sei man gar fassungslos über den Ton, der angeschlagen werde. Umso wichtiger sei es, nicht zu resignieren. Zuversicht, so die Rektorin, sei heute entscheidender denn je – allerdings nicht als blinder Optimismus, sondern als bewusste Haltung.

«Zuversicht bedeutet, im Wandel Chancen zu erkennen, Entwicklungen mitzugestalten und auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn klare Ordnungen fehlen oder zu fehlen scheinen», sagte Dr. phil. Barbara Gant. Universitäten kämen dabei eine besondere Rolle zu. Als Orte des freien Denkens, des Fragens und auch des Zweifelns schafften sie Orientierung in einer komplexen Welt. Die Freiheit von Lehre und Forschung sei kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Voraussetzung für Erkenntnis, kritisches Denken und Zukunftsvertrauen.

Gleichzeitig betonte die Rektorin die Verantwortung jedes Einzelnen. Vertrauen in die Zukunft entstehe nicht allein in Institutionen, sondern durch Menschen. «Das Tun des Einzelnen ist nicht nebensächlich – es ist entscheidend. Jeder Beitrag zählt.» Wissenschaft, Lehre und gesellschaftliche Verantwortung gelängen nur gemeinsam, getragen von Respekt, Offenheit und ehrlichem Interesse am Gegenüber. Mit einem Dank an die Gäste für ihr Kommen, ihre Verbundenheit und ihr Vertrauen schloss sie ihre Rede und wünschte allen ein zuversichtliches, friedliches und inspirierendes neues Jahr.

Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch
Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch

Der Abend wurde musikalisch umrahmt und bot so auch Raum für Innehalten, bevor Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch das Wort ergriff. Er begrüsste die Gäste aus Liechtenstein, der Schweiz, Deutschland und Österreich und knüpfte inhaltlich an das Leitmotiv der Zuversicht an. Ein Neujahrsempfang sei kein Ort für fertige Antworten, sagte Risch, wohl aber ein Ort für Orientierung, für unterschiedliche Perspektiven und für den offenen Austausch in einem vertrauten Rahmen.

Die UFL beschrieb er in «aristotelischem Sinne» als ein Ganzes – als mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Sie sei nicht bloss eine Ansammlung von Studienprogrammen und Strukturen, sondern ein Ort, an dem Menschen und Disziplinen miteinander in Verbindung träten und so ihre volle Kraft entfalten könnten. Dieses Zusammenspiel mache die Universität lebendig.
Mit Blick auf das vergangene Jahr zog der Stiftungsratspräsident eine ausgesprochen positive Bilanz. Wissenschaft sei gefragt, die Studiengänge gut ausgelastet, Studierende aus dem gesamten DACH-Raum und aus Liechtenstein kämen an die UFL, um zu forschen und zu lernen. Besonders hob er die erfolgreiche und auflagenfreie Re-Akkreditierung der beiden Doktoratsstudiengänge in den Rechtswissenschaften und den Medizinischen Wissenschaften hervor sowie die Durchführung der 15. Promotionsfeier. Auch die Institute hätten weiter an Profil gewonnen, ein weiteres Institut sei neu gegründet worden.

Darüber hinaus engagiert sich die UFL als Gründungsmitglied des Centers of Space Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) und bringt gesellschaftlich relevante Themen in Forschung und Lehre voran. Diese Entwicklungen bildeten eine tragfähige Basis für die Zukunft. Für 2026 kündigte Prof. Dr. Lorenz Risch neue Angebote an und bat die Gäste, gespannt zu bleiben.
In einem weiteren Gedanken spannte er den Bogen zur Gesellschaft insgesamt. Eine Universität könne auch ein Modell für den Staat sein: eine Gemeinschaft, in der Unterschiedlichkeit nicht trenne, sondern bereichere, und in der individuelles Streben und gemeinsame Ziele zusammenfänden. Bildung spiele dabei eine Schlüsselrolle. In regelmässigem Austausch mit Landtag, Regierung und Fürstenhaus zeige sich Einigkeit darüber, dass Bildung der wichtigste – vielleicht sogar der einzige – Rohstoff Liechtensteins sei. «Dieser Rohstoff vermehrt sich, wenn man ihn teilt», betonte Prof. Dr. Lorenz Risch.

Bildung mache entscheidungs- und handlungsfähig und sei damit die stärkste Antwort auf jene, die freie Gesellschaften unter Druck setzen wollten. Mit einem Zitat von Maxim Gorki – «Die Wissenschaft ist der Verstand unserer Welt» – unterstrich er die Bedeutung von Forschung und lebenslangem Lernen. Bildung sei kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortwährender Prozess und zugleich ein entscheidender Standortfaktor, wie auch die zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationen der UFL zeigten.
Zum Abschluss dankte der Stiftungsratspräsident allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Universität für ihr Vertrauen, ihre Wertschätzung und ihre kritische Begleitung. Dieses Vertrauen sei Ansporn und Motivation zugleich. Er lud die Gäste ein, sich weiterhin aktiv am Diskurs über Bildung, Forschung und Wissenschaft zu beteiligen.

(v.l.) Rektorin Dr. phil. Barbara Gant, Regierungsrat Dr. Emanuel Schädler, Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch
(v.l.) Rektorin Dr. phil. Barbara Gant, Regierungsrat Dr. Emanuel Schädler, Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch

Der offizielle Teil des Abends mündete in einen regen Austausch bei einem feinen Apéro, der den Neujahrsempfang in angenehmer Atmosphäre ausklingen liess.

Quelle: Text und Fotos: © exclusiv

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