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Ein Abend voller Musik, Talent und Begegnung – Finale des 1. International Conducting Competition Liechtenstein

Ein Abend voller Musik, Talent und Begegnung – Finale des 1. International Conducting Competition Liechtenstein

(v.l.) Filippo Barsali und Carsten Huber, Geschäftsführer Sinfonieorchester Liechtenstein
(v.l.) Filippo Barsali und Carsten Huber, Geschäftsführer Sinfonieorchester Liechtenstein

Die folgenden Bilder und der begleitende Text können nur einen Ausschnitt dieses besonderen Abends wiedergeben. Sie sind ein Versuch, festzuhalten, was sich im Vaduzer-Saal ereignet hat, doch sie können niemals vollständig einfangen, welches aussergewöhnliche Niveau an Talent, Konzentration und künstlerischer Hingabe diesen Abend geprägt hat. Ebenso wenig lassen sich die Intensität der Arbeit, die Spannung des Wettbewerbs und die berührende Kraft der Musik in ihrer ganzen Tiefe allein in Bildern oder Worten abbilden. Was bleibt, ist eine Annäherung an einen Abend, der von herausragenden jungen Dirigentinnen und Dirigenten, grossartiger Musik und einer besonderen Atmosphäre getragen wurde.

Der 1978 in London geborene Dirigent Kevin Griffiths begrüsste das Publikum im Vaduzer-Saal mit den Worten: «Normalerweise stehe ich mit dem Rücken zu Ihnen, heute darf ich ausnahmsweise einmal in Ihre Richtung schauen und habe den Taktstock gegen ein Mikrophon ausgetauscht.» Als Moderator führte Kevin Griffiths durch den Abend, stellte die Finalisten sowie die Jury vor und gab Einblicke in die Bedeutung dieses internationalen Wettbewerbs.  Im Anschluss an seine einleitenden Worte übergab Kevin Griffiths das Wort an den Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann begrüsste die Gäste sowie alle Teilnehmenden und Verantwortlichen des Wettbewerbs. Sein besonderer Willkommensgruss galt den drei Finalisten des Wettbewerbs: Filippo Barsali (Italien), Anna Bottani (Italien) und Matthew Lloyd-Wilson (Vereinigtes Königreich). Sie hätten sich in den vergangenen Tagen in einem äusserst anspruchsvollen Wettbewerb durchgesetzt und stünden nun im Finale,  bereits dies sei eine bemerkenswerte Leistung, zu der er herzlich gratuliere.

Die grosse internationale Resonanz mit 173 Bewerbungen aus 30 Ländern zeige, dass Liechtenstein im internationalen Musikleben als ernst zu nehmender Kulturstandort wahrgenommen werde. Dass sich so viele junge Dirigier-Talente für Liechtenstein entschieden hätten, sei für das Land eine besondere Auszeichnung. Musik kenne keine Grenzen, sie verbinde Menschen, Sprachen, Kulturen und Generationen. Sie schaffe Begegnung und Verständigung dort, wo Worte manchmal nicht ausreichen. Internationale Projekte wie dieser Wettbewerb brächten Menschen, Ideen und Kulturen zusammen, förderten Talente und richteten zugleich den Blick der internationalen Musikwelt auf Liechtenstein.

Junge Talente bräuchten Chancen, Vertrauen und Gelegenheiten zur Weiterentwicklung. Ein Wettbewerb wie der «International Conducting Competition Liechtenstein» investiere deshalb nicht nur in Musik, sondern vor allem in junge Menschen, ihre Entwicklung und ihre Zukunft. Sein Dank galt dem Sinfonieorchester Liechtenstein, der Kulmag Kulturmanagement AG, der internationalen Jury sowie allen Sponsoren, Förderern und Unterstützern der klassischen Musik in Liechtenstein.

Fotos: © exclusiv

International Conducting Competition Liechtenstein – Konzertfinale in Vaduz

International Conducting Competition Liechtenstein – Konzertfinale in Vaduz

Filippo Barsali gewinnt den ersten Dirigierwettbewerb in Liechtenstein – Das Publikum zeichnet Anna Bottani als Favoritin aus

Vaduz, 30. Juni 2026 – Mit dem Konzertfinale im Vaduzer-Saal fand am Montag, 29. Juni 2026 der erste Internationale Dirigierwettbewerb Liechtenstein vor rund 400 Gästen seinen feierlichen Abschluss. Im Konzert dirigierten die drei Finalisten des Wettbewerbs: Filippo Barsali (Italien), Anna Bottani (Italien) und Matthew Lloyd-Wilson (Vereinigtes Königreich). Die internationale Jury sprach den Preis des ersten Dirigierwettbewerbs in Liechtenstein Filippo Barsali zu. Der Preis ist mit CHF 30'000 dotiert und beinhaltet zudem die Einladung, in der kommenden Saison ein Konzert mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein zu dirigieren. Die Auszeichnung des Publikums für seinen Favoriten unter den drei Finalisten ging an Anna Bottani.

 
Filippo Barsali, in Pisa aufgewachsen, begann seine musikalische Ausbildung als Geiger, studierte am Konservatorium Luigi Cherubini in Florenz bei Massimo Nesi und schloss dort 2020 seinen Bachelor ab. Nach Studien bei Alessandro Pinzauti in Florenz setzte er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater München bei Marcus Bosch und Georg Fritzsch fort. Seine künstlerische Entwicklung wurde durch Meisterkurse und Projekte mit Orchestern wie beispielsweise Münchener Kammerorchester, Münchner Symphoniker, Orquestra Simfònica Illes Balears, Cappella Aquileia und Orchestre de l’Opéra Royal de Wallonie geprägt. Er arbeitete als Assistent von Dirigenten wie Giampaolo Bisanti, Enrico Calesso, Renato Palumbo, Daniele Callegari und Massimo Zanetti. 2023 wurde er für die Meisterklasse für Operndirigieren in Liège ausgewählt. 2025 dirigierte er die Norddeutsche Philharmonie Rostock und nahm an der Meisterklasse «Opera by the Fjord» teil. In der Folge wird er 2026 als Assistenzdirigent für «La Traviata» an die Nationaloper Bergen zurückkehren.

Für Filippo Barsali ist der Wettbewerb in Liechtenstein nicht nur ein Erfolg, sondern auch eine persönliche Bestätigung seines künstlerischen Weges: «Der Wettbewerb war für mich eine fantastische Erfahrung. Besonders beeindruckt hat mich der aussergewöhnliche Geist des Miteinanders, der eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen hat. Und diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Vor allem aber gibt sie mir das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin und motiviert mich, diesen mit noch grösserer Überzeugung weiterzugehen», so Filippo Barsali.

Im Konzertfinale präsentierten die drei Finalisten gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Joachim Raff, Franz Liszt, Franz Waxman und Antonín Dvořák. Als Solisten wirkten die international ausgezeichneten Künstler Illia Ovcharenko (Klavier), Kevin Zhu (Violine) und István Várdai (Violoncello) mit. Die drei Solisten waren zudem auch Mitglieder der Jury des Wettbewerbs.
 
Bei der Preisverleihung resümiert Anu Tali, Chefdirigentin des Nordic Symphony Orchestra und Mitglied der Jury: «Ich wünsche allen Teilnehmenden, dass sie die Energie mitnehmen, die sie sich gegenseitig gegeben haben, die Erfahrungen mit diesen wunderbaren Orchestern und Musikerinnen und Musikern sowie das Wissen und die Kontakte, die in dieser Woche entstanden sind. All das ist eine wertvolle Grundlage für ihren weiteren Weg.»

Die International Conducting Competition Liechtenstein folgt einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem insbesondere die künstlerische Praxis des Dirigentenberufs im Mittelpunkt steht. Bei dieser ersten Ausgabe wurden von 173 Bewerbungen aus 30 Ländern neun junge Dirigentinnen und Dirigenten ausgewählt, die sich in mehreren Wettbewerbsrunden den Herausforderungen des Dirigierberufs stellten – vom Partiturspiel und Jurygespräch bis zur Probenarbeit mit dem Franz Liszt Kammerorchester und dem Sinfonieorchester Liechtenstein. Die Jury setzte sich ausschliesslich aus aktiven Spitzenmusikerinnen und -musikern zusammen, die die Probenarbeit, Kommunikation und künstlerische Entwicklung beurteilte. Damit orientiert sich der Wettbewerb konsequent an den Anforderungen der heutigen Berufspraxis. Die erste Ausgabe des Wettbewerbs ist nicht als Abschluss, sondern als Anfang zu verstehen. Dieser Wettbewerb ist ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Angebotes in Liechtenstein, um jungen Talenten Entwicklungen zu ermöglichen. Entscheidend dabei ist nicht nur Ergebnis, sondern auch der Prozess und zugleich ist es eine Investition in die Zukunft.

Die Einbindung der HILTI Foundation und der Hilti AG in die International Conducting Competition Liechtenstein zeigt exemplarisch, wie moderne Kulturpartnerschaften gestaltet werden können. Die Partnerschaft ging bewusst über eine klassische Förderung hinaus und schuf einen Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Dirigentinnen und Dirigenten sowie Führungskräfte in Unternehmen vor vergleichbaren Herausforderungen stehen: Beide führen hochqualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten, schaffen Orientierung, treffen Entscheidungen unter Zeitdruck und müssen Menschen für ein gemeinsames Ziel begeistern. Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens begleiteten die Teilnehmenden als Gesprächspartner und Mentoren. Im Mittelpunkt standen Fragen zu Führung, Kommunikation, Präsenz und persönlicher Wirkung, etwa: «Wie betrete ich einen Raum? Wie begrüsse ich ein Orchester? Aus welcher inneren Haltung heraus beginne ich eine Probe oder ein Konzert?» Gerade diese oft unscheinbaren Aspekte entscheiden mit darüber, wie Führung wahrgenommen wird. Gleichzeitig erhielten die Partner aus der Wirtschaft durch die Beobachtung der Probenarbeit unmittelbare Einblicke in unterschiedliche Führungsstile und Entscheidungsprozesse im Orchester. So wurde die Musik zum Spiegel für Führung – und der Wettbewerb zu einem gemeinsamen Lern- und Erfahrungsraum für Kunst und Wirtschaft.


Textquelle: Catharina Waschke, Leitung Marketing & Kommunikation, KULMAG Kulturmanagement AG, Textergänzungen exclusiv, Fotos: © exclusiv

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