«My Fair Lady» ein Broadway-Klassiker erstrahlt in Balzers
Am Samstag, 31. Januar, feierte die Operette Balzers Musik-Theater Liechtenstein die Premiere von «My Fair Lady» im Gemeindesaal Balzers. Ein Abend voller mitreissender Musik, grosser Spielfreude, detailreicher Kostüme und beeindruckender Bühnenbilder – vom Solisten bis zum Talente-Chor – begeisterte das Publikum und wurde mit langanhaltender Standing Ovation belohnt.
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Klassiker trifft Balzner Dialekt
Der Broadway-Klassiker von George Bernard Shaw und Frederick Loewe, uraufgeführt am 15. März 1956 in New York, wird in Balzers in einer ganz eigenen Inszenierung gezeigt: Die Figuren sprechen Balzner Dialekt, und das berühmte Pferderennen von Ascot findet in Maienfeld statt. Besonders ins Auge fallen die detailreichen Kostüme, die Eliza Doolittle und allen anderen Mitwirkenden zusätzlich Leben verleihen.
Präsidentin Jeannette Lehner betont: «Ich bin fasziniert, dass das Stück 70 Jahre alt ist und so gut in die heutige Zeit passt. Das Thema des Blumenmädchens ist aktueller denn je. Ich bin stolz auf den Regisseur Gernot Kranner für die moderne Inszenierung und verbeuge mich vor allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne für die liebevoll-detailgetreue Umsetzung.»
Humor, Gesellschaft, Sprache und grossartige Musik
«My Fair Lady» erzählt die Geschichte von Eliza Doolittle, einer Blumenverkäuferin, die durch ein Sprach-Experiment des Professors Henry Higgins gesellschaftlich aufsteigt. Das Musical behandelt humorvoll und zugleich berührend Themen wie gesellschaftliche Hierarchien, Macht der Sprache und Selbstbestimmung, in der Balzner Fassung topaktuell umgesetzt.
Unvergessliche Melodien wie «Ich hätt’ getanzt heut Nacht», «Es grünt so grün» oder «Mit ’nem kleenen Stückchen Glück» verbinden Leichtigkeit mit grossen Gefühlen. Musikalisch wie szenisch setzt das Ensemble – Solistinnen und Solisten, Talente-Kinderchor, Ballett und Orchester – die Geschichte mit Leidenschaft und Spielfreude um. Auch die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer hinter der Bühne tragen entscheidend zum Erfolg der Produktion bei.
Worte der Anerkennung zur Premiere und zum Jubiläum
Beim Premieren-Apéro begrüssten Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni, Gemeindevorsteher Karl Malin, Christoph Reich, Group CEO der Liechtensteinischen Landesbank, und Jeannette Lehner, Präsidentin, die zahlreichen Gäste. Sabine Monauni würdigte das Ensemble: «Seit acht Jahrzehnten steht das Operette Balzers Musik-Theater Liechtenstein für Engagement, Begeisterung und hohe künstlerische Qualität. «My Fair Lady» zeigt eindrucksvoll, welche Kraft Sprache, Bildung und Begegnung entfalten können. Die Geschichte von Eliza Doolittle erzählt von Veränderungen, Selbstvertrauen und davon, dass Entwicklung möglich ist, wenn jemand an sich selbst glaubt und andere bereit sind, Potenzial zu erkennen. Ich wünsche dem Ensemble eine wunderbare Spielzeit und dem Publikum viele unvergessliche Momente.»
Ein stimmiges Zusammenspiel von Klang, Bild und Bewegung
Unter der musikalischen Leitung von Willi Büchel brachte das Sinfonieorchester Liechtenstein (SOL) die unvergesslichen Melodien des Klassikers zum Klingen. Regie führte Gernot Kranner, die Choreografie lag in den Händen von Miguel-Angel Zermeño. Das Bühnenbild von Prof. Herwig Libowitzky verlieh der Aufführung eine starke lokale Verbundenheit.
Benno Büchel bearbeitete Lied- und Textpassagen für den Balzner Dialekt und gab der Inszenierung eine klare regionale Verankerung.
Starke Persönlichkeiten tragen die Geschichte
Auf der Bühne überzeugten die Solistinnen und Solisten mit grosser Präsenz und Ausdrucksstärke. Mara Maria Möritz (Sopran) beeindruckte mit ihrer Wandlungsfähigkeit und grosser Hingabe zwischen Blumenmädchen und Grande Dame. Axel Herrig (Bariton) gestaltete Professor Higgins mit präziser Mimik und markanter Bühnenpräsenz. Raimund Stangl (Tenor) verlieh Oberst Pickering feine Nuancen und charmante Pointen, während Patrick Scott (Tenor) als Freddy Eynsford-Hill mit Charme und unverkennbarer Stimme begeisterte.
Auch Peter Galliard (Tenor), Anette Lubosch (Mrs. Pearce), Marion Ammann (Mrs. Higgins), Eva-Maria Jenny (Mrs. Eynsford-Hill), Tamara Kaufmann (Roboter), Tone Bürzle (Wirt), Alexander Karger, Alessio Ruaro und Emanuele Ospelt (Tänzer) sowie zahlreiche Mitwirkende trugen mit grosser Leidenschaft und Authentizität zum Gesamterlebnis bei.
Gemeinschaft, Bewegung, Atmosphäre und berührende Momente
Der Chor füllte den Gemeindesaal mit kraftvollem Klang. Besonders berührend war der Auftritt des Kinderchors mit dem Lied «Söll s Geschter ganz vergässa sii», der einen besonders berührenden Moment schuf. Die Tänzerinnen und Tänzer verliehen dem Stück Dynamik und Leichtigkeit, unterstützt von Requisiten und liebevollen Details, die Bewegung und Spielfreude auf die Bühne brachten.
Die detailreichen Kostüme und das stimmige Bühnenbild unterstrichen die Figuren ebenso wie den regionalen Bezug. Zusammen mit Musik, Spiel und Inszenierung entstand ein rundes, mitreissendes Theatererlebnis, das das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute fesselte und berührte.
Ein Moment, der hängen bleibt
Beim Verlassen des Saals begegneten mir drei Besucherinnen, die tänzelnd «Es grünt so grün» summten – ein kleines, aber treffendes Bild für die Leichtigkeit, Spielfreude und Begeisterung dieser Premiere. Dankeschön!