Michael Hellmann
Die Preisträgerin des Jahres 2026 ist die deutsche Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler, die vielen Menschen aus der Fernsehreihe «Tatort» als Kommissarin Charlotte Lindholm bekannt ist. Ausgezeichnet wurde sie jedoch nicht für ihre schauspielerische Tätigkeit, sondern für ihr langjähriges und konsequentes Engagement für Gleichberechtigung, gesellschaftliche Verantwortung sowie die Sichtbarkeit von Frauen in Medien und Öffentlichkeit. Dieses Engagement sei ebenso beeindruckend wie ihre künstlerische Leistung, so die Moderatorin.
Die Pahl Peace Prize Foundation und ihr Stifter
Michael Hellmann, Protektor der Pahl Peace Prize Foundation und langjähriger Freund des Stifters Jochem O.W. Pahl, begrüsste die Preisträgerin, ihre Tochter sowie die zahlreichen Gäste zur sechsten Verleihung des Friedenspreises.
In seiner Rede erinnerte er an seinen Freund und Wegbegleiter Jochem O.W. Pahl, der am 31. Juli 2018 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben war und betonte, dass mit dem Friedenspreis das Lebenswerk von Jochem O.W. Pahl seine Vollendung gefunden habe.
In seinem Testament bestimmte er, dass sein Vermögen der Stiftung zufliessen und dem gemeinnützigen Zweck des Pahl Peace Prize dienen solle. Damit hinterliess er ein Vermächtnis, das Menschen ehrt, die sich in besonderer Weise für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit einsetzen.
Michael Hellmann zeichnete in seiner Ansprache ein persönliches Bild des Stifters. Jochem O.W. Pahl stammte aus einer Bauernfamilie, deren Lebensweg von Entbehrungen geprägt war. Seine Eltern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus Vorpommern vertrieben und später in der damaligen DDR erneut enteignet.
Pahl wurde am 22. Juni 1947 geboren. Im Alter von zwölf Jahren floh er mit seiner Familie in den Westen, wo sie zunächst in Auffanglagern untergebracht war. Später fand die Familie in Leverkusen eine neue Heimat. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er bereits als Jugendlicher Verantwortung übernehmen und unterstützte seine Mutter durch verschiedene Arbeiten.
Nach dem Abitur 1967 begann er ein Jurastudium in Köln, das er über viele Jahre hinweg fortsetzte. Parallel dazu arbeitete er als Stadtführer und später in der Reisebranche. 1978 gründete er das Unternehmen Continental Tours, das sich durch eine strategische Neuausrichtung, insbesondere Reisen amerikanischer Gäste zu den Passionsspielen in Oberammergau, erfolgreich entwickelte.
Neben seinem unternehmerischen Erfolg war Pahl für seine persönliche Bodenständigkeit bekannt. Mit rheinischer Lebensfreude verbunden, schätzte er die gemütliche Gesellschaft, angeregte Gespräche, ein Glas Wein bei feinem Essen sowie familiäre Nähe. Über viele Jahre blieb er an der Universität Köln eingeschrieben und galt als einer der am längsten immatrikulierten Jurastudenten der Nachkriegsgeschichte – ein Umstand, den er mit humorvoller Selbstironie kommentierte.
Die Liebe seines Lebens fand Jochem O.W. Pahl erst spät. Mit 61 Jahren heiratete er seine Frau Dr. Nino Pahl-Nioradze, die bis heute bei den Preisverleihungen anwesend ist und den Preisträgerinnen und Preisträgern persönlich ihre Glückwünsche überbringt.