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Pahl Peace Prize 2026 – feierliche Verleihung in Vaduz an Dr. Maria Furtwängler

Pahl Peace Prize 2026 – feierliche Verleihung in Vaduz an Dr. Maria Furtwängler

(v.l.) Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering (Beirat), Hedy-Marie Ospelt (Beirat), Friedhelm Gruber (Stiftungsrat), Dr. Maria Furtwängler (Preisträgerin), Michael Hellmann (Protektor), Dr. Jan-F. Hellmann LL.M. (Stiftungsrat), Dr. Ruben Reike (Beirat), Dr. Nino Pahl-Nioradze, Dr. iur. Markus Otto Hasler (Stiftungsrat)
(v.l.) Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering (Beirat), Hedy-Marie Ospelt (Beirat), Friedhelm Gruber (Stiftungsrat), Dr. Maria Furtwängler (Preisträgerin), Michael Hellmann (Protektor), Dr. Jan-F. Hellmann LL.M. (Stiftungsrat), Dr. Ruben Reike (Beirat), Dr. Nino Pahl-Nioradze, Dr. iur. Markus Otto Hasler (Stiftungsrat)

Montag, 22. Juni 2026 – Der Pahl Peace Prize 2026 ehrt Frau Dr. Maria Furtwängler für ihr langjähriges und konsequentes Engagement für die Würde, den Schutz und die Stärkung von Frauen und Mädchen. Als Ärztin und gesellschaftlich engagierte Persönlichkeit erhebt sie seit vielen Jahren ihre Stimme gegen Gewalt, strukturelle Ungleichheit und Ausbeutung. Sie setzt sich dafür ein, Missstände sichtbar zu machen und jenen Gehör zu verschaffen, die allzu oft übersehen werden. Ihr Wirken steht für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und die Überzeugung, dass gesellschaftlicher Frieden dort beginnt, wo Menschen gesehen, geschützt und gleichwertig behandelt werden.

«Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg. Frieden ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit.» Mit diesem Zitat des Philosophen Baruch de Spinoza (1632–1677) eröffnete Moderatorin Heike Montiperle die feierliche Veranstaltung zur Verleihung des Pahl Peace Prize im Hotel Löwen in Vaduz. Sie moderiert die Vergabe des Friedenspreises der Pahl Peace Prize Foundation seit der ersten Verleihung mit grosser Professionalität und Einfühlungsvermögen.

Moderatorin Heike Montiperle

Michael Hellmann
Michael Hellmann

Die Preisträgerin des Jahres 2026 ist die deutsche Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler, die vielen Menschen aus der Fernsehreihe «Tatort» als Kommissarin Charlotte Lindholm bekannt ist. Ausgezeichnet wurde sie jedoch nicht für ihre schauspielerische Tätigkeit, sondern für ihr langjähriges und konsequentes Engagement für Gleichberechtigung, gesellschaftliche Verantwortung sowie die Sichtbarkeit von Frauen in Medien und Öffentlichkeit. Dieses Engagement sei ebenso beeindruckend wie ihre künstlerische Leistung, so die Moderatorin.

Die Pahl Peace Prize Foundation und ihr Stifter

Michael Hellmann, Protektor der Pahl Peace Prize Foundation und langjähriger Freund des Stifters Jochem O.W. Pahl, begrüsste die Preisträgerin, ihre Tochter sowie die zahlreichen Gäste zur sechsten Verleihung des Friedenspreises.

In seiner Rede erinnerte er an seinen Freund und Wegbegleiter Jochem O.W. Pahl, der am 31. Juli 2018 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben war und betonte, dass mit dem Friedenspreis das Lebenswerk von Jochem O.W. Pahl seine Vollendung gefunden habe.

In seinem Testament bestimmte er, dass sein Vermögen der Stiftung zufliessen und dem gemeinnützigen Zweck des Pahl Peace Prize dienen solle. Damit hinterliess er ein Vermächtnis, das Menschen ehrt, die sich in besonderer Weise für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit einsetzen.

Michael Hellmann zeichnete in seiner Ansprache ein persönliches Bild des Stifters. Jochem O.W. Pahl stammte aus einer Bauernfamilie, deren Lebensweg von Entbehrungen geprägt war. Seine Eltern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus Vorpommern vertrieben und später in der damaligen DDR erneut enteignet.

Pahl wurde am 22. Juni 1947 geboren. Im Alter von zwölf Jahren floh er mit seiner Familie in den Westen, wo sie zunächst in Auffanglagern untergebracht war. Später fand die Familie in Leverkusen eine neue Heimat. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er bereits als Jugendlicher Verantwortung übernehmen und unterstützte seine Mutter durch verschiedene Arbeiten.

Nach dem Abitur 1967 begann er ein Jurastudium in Köln, das er über viele Jahre hinweg fortsetzte. Parallel dazu arbeitete er als Stadtführer und später in der Reisebranche. 1978 gründete er das Unternehmen Continental Tours, das sich durch eine strategische Neuausrichtung, insbesondere Reisen amerikanischer Gäste zu den Passionsspielen in Oberammergau, erfolgreich entwickelte.

Neben seinem unternehmerischen Erfolg war Pahl für seine persönliche Bodenständigkeit bekannt. Mit rheinischer Lebensfreude verbunden, schätzte er die gemütliche Gesellschaft, angeregte Gespräche, ein Glas Wein bei feinem Essen sowie familiäre Nähe. Über viele Jahre blieb er an der Universität Köln eingeschrieben und galt als einer der am längsten immatrikulierten Jurastudenten der Nachkriegsgeschichte – ein Umstand, den er mit humorvoller Selbstironie kommentierte.

Die Liebe seines Lebens fand Jochem O.W. Pahl erst spät. Mit 61 Jahren heiratete er seine Frau Dr. Nino Pahl-Nioradze, die bis heute bei den Preisverleihungen anwesend ist und den Preisträgerinnen und Preisträgern persönlich ihre Glückwünsche überbringt.

Dr. Ruben Reike
Dr. Ruben Reike

Laudatio auf die Preisträgerin

Die Laudatio auf Dr. Maria Furtwängler hielt Dr. Ruben Reike, Mitglied des Beirats der Foundation. Er betonte, dass Maria Furtwängler ihre Bekanntheit als Auftrag und Verpflichtung verstehe, als Verpflichtung, sich konsequent für eine gerechtere, menschlichere und friedlichere Welt einzusetzen. Ihr Engagement sei kein Nebenaspekt ihres Wirkens, sondern ein zentraler Bestandteil ihres Lebenswerks und stehe in besonderer Übereinstimmung mit der Grundphilosophie des Stifters Jochem O.W. Pahl.

Dr. Furtwängler ist promovierte Ärztin und eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Neben ihrer Tätigkeit in Film und Fernsehen engagiert sie sich seit vielen Jahren für den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung.

Prägend für ihr Engagement waren unter anderem ihre Einsätze als ehrenamtliche Ärztin mit German Doctors in den Slums von Kalkutta, wo sie mit der Realität struktureller Gewalt konfrontiert wurde. Diese Erfahrungen führten zu einem tiefen Bewusstsein für globale Ungleichheit und Geschlechtergerechtigkeit als zentrale gesellschaftliche Frage.

Im Jahr 2011 initiierte sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler und mit Unterstützung von German Doctors das MaLisa Home auf den Philippinen – einen Schutzort für Mädchen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind.

2016 gründeten Mutter und Tochter die MaLisa Stiftung, die sich für Gleichstellung, die Überwindung geschlechtsspezifischer Diskriminierung sowie für eine gerechte Darstellung von Frauen und Männern in den Medien einsetzt. In den folgenden Jahren wurde das Engagement um die Themen Klima- und Biodiversitätsschutz erweitert.

Die Stiftung arbeitet mit wissenschaftlichen Institutionen, Medien und Expertinnen und Experten zusammen, um gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen und Veränderungsprozesse anzustossen. Dabei steht die Überzeugung im Mittelpunkt, dass soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.

Dr. Maria Furtwängler
Dr. Maria Furtwängler

Preisverleihung und Dank der Preisträgerin

Im Anschluss an die Laudatio bedankte sich Heike Montiperle im Namen der Stiftung. Die musikalische Umrahmung der Preisverleihung übernahm die liechtensteinische Pianistin Isa-Sophie Zünd, die mit feinfühligen Werken von Domenico Scarlatti, Claude Debussy, Leoš Janáček und Zoltán Kodály der Preisverleihung einen besonders festlichen Rahmen verlieh.

Sichtlich bewegt nahm Maria Furtwängler den Preis entgegen. Sie bedankte sich bei Dr. Ruben Reike für die Laudatio, beim Beirat der Stiftung sowie beim Stiftungsrat und der Familie Hellmann. Besonders hob sie hervor, dass ihr der Aufenthalt in Liechtenstein einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

In ihrer Ansprache betonte sie, dass Frieden dort entstehe, wo Menschenwürde verteidigt werde. Die Grundüberzeugung des Stifters, dass jeder Mensch Anspruch auf Achtung und Wertschätzung habe, begleite auch ihr eigenes Wirken. Sie berichtete von ihren Erfahrungen mit Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen und Mädchen weltweit und zitierte Eve Ensler mit den Worten: «Der grösste Krieg, der weltweit geführt wird, ist der Krieg gegen Frauen.»

Zudem sprach sie über die Bedeutung der MaLisa Stiftung, die sich für Gleichstellung, Klimagerechtigkeit und Biodiversität einsetzt. Gewalt gegen Frauen beginne dort, wo Menschen nicht mehr als gleichwertig angesehen werden, und die Zerstörung der Natur dort, wo ihr Eigenwert vergessen werde. Feminismus und Naturschutz seien daher enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick erscheine.

Beides erinnere daran, dass wahre Stärke nicht im Beherrschen, sondern im Respekt liege, nicht in Ausbeutung, sondern in Verantwortung.

Zum Abschluss dankte sie für die Auszeichnung und verstand den Preis nicht nur als Ehrung, sondern auch als Ermutigung, weiterhin Haltung zu zeigen und gesellschaftliche Missstände nicht einfach hinzunehmen. Wirkliche Veränderung entstehe nicht durch Einzelne, sondern durch viele Menschen, die sich gemeinsam engagieren.

Die Preisträgerin wurde mit Standing Ovations des Publikums geehrt.

Michael Hellmann überreichte abschliessend den Pahl Peace Prize, bestehend aus einer Goldmedaille und einem Geldbetrag von 100'000 Euro. Mit der feierlichen Übergabe endete der offizielle Teil des Abends.

Die Veranstaltung klang in festlicher Atmosphäre bei musikalischer Umrahmung, persönlichen Gesprächen und einem gemeinsamen Abendessen aus.

Momente der feierlichen Verleihung des Pahl Peace Prize

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