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Staatsfeiertag im Fürstentum Liechtenstein: Erbprinz Alois über Sicherheit, Bildung und eine neue Thronfolge

Staatsfeiertag im Fürstentum Liechtenstein: Erbprinz Alois über Sicherheit, Bildung und eine neue Thronfolge

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein bei seiner Ansprache zum Staatsfeiertag | 2026 © exclusiv
S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein bei seiner Ansprache zum Staatsfeiertag | 2026 © exclusiv

In seiner Ansprache zum Staatsfeiertag 2026 richtete Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein den Blick auf zentrale Fragen zur Zukunft Liechtensteins. Er sprach über die veränderte Sicherheitslage, die notwendige Bildungsreform, den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und kündigte eine historische Änderung der Thronfolge im Fürstenhaus an.

Sicherheit im digitalen Zeitalter

Angesichts der zunehmenden digitalen Bedrohungen sieht der Erbprinz Handlungsbedarf. Der jüngste Cyberangriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen habe deutlich gemacht, dass digitale Angriffe auf die Infrastruktur des Landes eine reale Gefahr seien.

Auch die hybride Kriegsführung, bei der soziale Medien für gezielte Falschinformationen genutzt werden, stelle eine wachsende Herausforderung dar. Liechtenstein müsse sich darauf vorbereiten und seine Sicherheitsstrukturen laufend weiterentwickeln.

Sicherheit könne in einem kleinen Land wie Liechtenstein nur gemeinsam getragen werden. Staat, Wirtschaft und Bevölkerung müssten dazu beitragen. Die neue Sicherheitsstrategie soll deshalb in den kommenden Monaten im Dialog mit der Bevölkerung weiterentwickelt werden.

Als weiteren wichtigen Baustein für die Zukunft des Landes bezeichnete Erbprinz Alois die Bildung. Eine gut ausgebildete Bevölkerung sei entscheidend, um die Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu bewältigen und gleichzeitig die gesellschaftliche Widerstandskraft zu stärken.

Liechtensteins Bildungslandschaft stehe jedoch vor grossen Herausforderungen. Der Erbprinz sprach sich deshalb für eine umfassende Bildungsreform aus. Eine solche Reform brauche Zeit, Kontinuität und breite Unterstützung. Nur wenn Bevölkerung und relevante Akteure die Veränderungen mittragen und den Verantwortlichen das notwendige Vertrauen entgegenbringen, seien nachhaltige Fortschritte möglich.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und I.K.H. Erbprinzessin Sophie | 2026 © exclusiv
S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und I.K.H. Erbprinzessin Sophie | 2026 © exclusiv

Eine historische Änderung der Thronfolge

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Ankündigung einer Novellierung des Hausgesetzes. Die Änderung wurde mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Mitglieder des Fürstenhauses beschlossen.

Künftig erhalten alle weiblichen Nachkommen des Fürstenhauses in hausgesetzlichen Fragen dieselben Mitwirkungsrechte wie die männlichen Nachkommen. Gleichzeitig wird die bisherige männliche Primogenitur durch die absolute Primogenitur ersetzt. Künftig wird damit das jeweils erstgeborene Kind – unabhängig vom Geschlecht – Thronfolgerin oder Thronfolger und später Fürstin oder Fürst von Liechtenstein.

Mit der Änderung wolle das Fürstenhaus sicherstellen, dass die Verantwortung für Haus und Land dort liege, wo die beste Vorbereitung auf diese Aufgaben gegeben sei. Grundsätzlich seien dies die Kinder des Regierers oder der Regiererin, die in Liechtenstein aufwachsen und von früher Jugend an mit den Besonderheiten des Landes und des Fürstenhauses vertraut gemacht werden.

Bewahren und weiterentwickeln

In seiner Ansprache richtete Erbprinz Alois den Blick auch auf die Geschichte Liechtensteins. Das Land sei nie gross oder mächtig genug gewesen, um seinen Willen anderen aufzuzwingen. Erfolg habe vielmehr auf Verlässlichkeit, Diplomatie, tragfähigen Beziehungen und der Bereitschaft beruht, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

Diese Verbindung von Kontinuität und Erneuerung müsse auch in Zukunft erhalten bleiben. Liechtenstein solle nicht einfach übernehmen, was anderswo als zeitgemäss gelte, sondern sich immer fragen, was tatsächlich zum Land, zu seiner Staatsform, seiner Grösse, Identität und Gesellschaft passe.

Text und Fotos: Staatsfeiertag 2026 © exclusiv 

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