Wie Liechtenstein die Verwaltung ins KI-Zeitalter führt
(v.l.) Dr. Juliane Marold (Amt für Personal, Organisationsentwicklung), Fabian Schmid (Leiter Amt für Informatik), Regierungschefin Brigitte Haas, Dr. Clara Guerra (Stabstelle für Digitale Innovation) © exclusiv
Die Regierung präsentierte ihre KI-Strategie für die Landesverwaltung und definiert Leitlinien, Ziele und erste Anwendungsfelder.
Die Liechtensteinische Regierung hat am 14. April 2026 die KI-Strategie der Landesverwaltung (LLV) verabschiedet. Am Dienstag, 21. April, stellten Regierungschefin Brigitte Haas sowie die Taskforce-Mitglieder Dr. Clara Guerra (Stabsstelle für digitale Innovation), Dr. Juliane Marold (Amt für Personal und Organisation) und Fabian Schmid (Amt für Informatik) die Strategie im Rahmen einer Medienorientierung vor.
Die Strategie soll den Rahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Landesverwaltung bilden. Ziel ist es, durch den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu einer modernen, bürgernahen Verwaltung beizutragen und den Nutzen für Gesellschaft, Bevölkerung und Verwaltung nachhaltig zu stärken. Die vorliegende Strategie ist dabei bewusst praxisnah ausgerichtet und soll konkrete Anwendungen ermöglichen und spürbar werden.
«KI ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das wir bewusst und mit klaren Regeln einsetzen, mit dem Ziel, den Alltag für die Menschen in Liechtenstein sowie für die Mitarbeitenden der Verwaltung zu erleichtern», sagte Regierungschefin Brigitte Haas.
Als Ziele nannte sie eine moderne und leistungsfähige Verwaltung, die sich an gesellschaftliche und technologische Entwicklungen anpasst. Zudem sollen Mitarbeitende entlastet werden, damit sie sich stärker auf komplexe Anliegen statt auf Routineaufgaben konzentrieren können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Dienstleistungen, etwa durch digitale Unterstützung rund um die Uhr, schnellere Bearbeitung von Gesuchen und Anträgen, kürzere Wartezeiten sowie klarere Informationen.
Vier Grundlagen der KI-Strategie
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in der Landesverwaltung basiert auf vier Grundlagen.
Sie erfolgt verantwortungsvoll, indem gesetzliche Vorgaben eingehalten und hohe ethische Standards berücksichtigt werden. Sie ist menschenzentriert, indem Mitarbeitende unterstützt werden, ohne dass sie ihre Handlungsverantwortung abgeben. Sie ist transparent, indem der Einsatz von KI gegenüber Mitarbeitenden und Bevölkerung nachvollziehbar kommuniziert wird und Zuständigkeiten klar geregelt sind. Zudem zielt sie auf Effizienz und Innovation, um die Dienstleistungsqualität zu steigern und die Weiterentwicklung der Verwaltung zu fördern, führte Dr. Clara Guerra aus.
Dr. Juliane Marold erläuterte die strategischen Ziele der KI-Strategie. Diese seien bewusst praxisnah ausgerichtet und auf eine konkrete Umsetzung fokussiert. Im Zentrum stehe die Befähigung der Mitarbeitenden für einen effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit KI. Weiter gehe es um den Aufbau klarer Strukturen bezüglich Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie um die Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Zudem solle eine sichere, skalierbare und rechtskonforme KI-Infrastruktur aufgebaut werden, um sowohl eine hohe Dienstleistungsqualität für die Bevölkerung als auch ein unterstützendes Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden zu gewährleisten.
Umsetzung in vier Handlungsfeldern
Zur Umsetzung der Strategie erklärte Fabian Schmid: «Die in der KI-Strategie definierten Massnahmen werden in den Handlungsfeldern Mensch, Organisation, Governance und Infrastruktur umgesetzt. Sie bilden die Brücke von den Leitlinien zur Praxis. Sie helfen uns, Prioritäten zu setzen, Ressourcen zu bündeln und die Umsetzung messbar zu steuern. Dazu gehören Rechtssicherheit, Datenschutz, Informationssicherheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Ganz zentral bleibt: Der Mensch trägt die Verantwortung.»
Ein Organisationskonzept definiert dabei die Rollen der zuständigen Stellen sowie deren Verantwortlichkeiten und Abläufe. Damit soll gewährleistet werden, dass Künstliche Intelligenz ganzheitlich eingesetzt wird und die Weiterentwicklung der Landesverwaltung breit abgestützt erfolgt.
Strategie als dynamisches Dokument
Angesichts des raschen technologischen Wandels wird die KI-Strategie regelmässig überprüft und weiterentwickelt. «Ziele können angepasst, priorisiert oder ergänzt werden», sagte Regierungschefin Brigitte Haas. Damit trage man der Dynamik des Feldes der Künstlichen Intelligenz Rechnung.
Die Strategie hat keinen fixen Gültigkeitszeitraum. Spätestens im Jahr 2030 ist eine grundlegende Überarbeitung vorgesehen, in deren Rahmen die strategischen Ziele überprüft und die Handlungsfelder aktualisiert werden.
Zum Abschluss betonte Regierungschefin Brigitte Haas: «Ein zentraler Punkt ist mir wichtig: Wir werden KI so einsetzen, dass sie allen zugutekommt. Niemand muss auf persönliche Kontakte verzichten, der Mensch bleibt im Mittelpunkt, sowohl in der Verwaltung als auch im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.»
Die KI-Strategie der Liechtensteinischen Landesverwaltung finden Sie unter: www.regierung.li
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