Dann ging es Schritt um Schritt nach oben auf meiner Karriereleiter. Als ich 1975 meinen Arbeitgeber, das Textilunternehmen Sawaco, das aus der Strickerei Achtnich entstanden war, ins Ausland verkaufen sollte, hätte ich mich als Direktor gleich mitverkauft. Das aber wollte ich nicht. So machte ich kurzerhand einen Branchenwechsel und stieg beim Zürcher Bauunternehmen Heinrich Hatt-Haller als Kaufmännischer Direktor ein. Das Unternehmen war bereits gut aufgestellt, als ich einstieg. Ich blieb der Firma als Gesamtunternehmensleiter treu bis zur Überführung im Jahr 1988 in die Zschokke Holding SA in Genf. Im Frühjahr 2006 fusionierte Zschokke mit der Batigroup zur heutigen Implenia AG mit Sitz in Zürich. Ich habe entsprechend mit der Hatt-Haller damals ein international tätiges Bauunternehmen mit rund 1 000 Angestellten geführt, das heute längst in die Implenia AG integriert ist. Seit rund 25 Jahren setze ich mit der Hidber und Partner Consultants grössere Immobilienentwicklungsprojekte im In- und Ausland um. Derzeit bin ich unter anderem als Aktionär an einem Projekt mit Yachthafen für 800 Bootsplätze und 800 Wohnungen in Albanien beteiligt.
In Albanien möchte sonst so schnell keiner investieren. Sind Sie grundsätzlich risikofreudig?
Ich mache unternehmerisch nur etwas, wenn ich daran glaube. Meine über 40-jährige Erfahrung aus dem Ausland, darunter auch grosse städtebauliche Infrastrukturprojekte im Irak mit der sechsspurigen Autobahn von Bagdad bis hin zum Ausbau der Strasse von Hormus, haben mich gelehrt, ausdauernd und hartnäckig zu bleiben. Solche Investitionsvorhaben benötigen Zeit, bis sie greifen. Albanien wird sich entwickeln, davon bin ich überzeugt.
Gibt es aktuell weitere Immobilien-Entwicklungsprojekte, die Sie beschäftigen? Zum Beispiel in der Region?
Ich war während 15 Jahren Verwaltungsratspräsident der Tardisland AG in Landquart, bis ich vor elf Jahren aus Altersgründen ausschied. Insgesamt geht es um die Entwicklung von 334'000 Quadratmetern Land in der Nähe des Bahnhofs Landquart. Es ist eine absolute Erfolgsgeschichte, denn es konnten in den letzten Jahren diverse neue Unternehmen, darunter auch namhafte Grossunternehmen, angesiedelt werden. Das gesamte Projekt ist schuldenfrei. Es wurden bis heute rund 1'700 neue Arbeitsplätze geschaffen und 28 Millionen Franken Gewinn an die Standortgemeinden Landquart und Zizers ausgeschüttet. Das Outlet Landquart, das viele kennen dürften, umfasst nur etwa einen Viertel des Areals der Tardisland AG.