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Max Frisch im Blickpunkt – Lesung und Gespräch mit Julian Schütt im Grand Resort Bad Ragaz

Max Frisch im Blickpunkt – Lesung und Gespräch mit Julian Schütt im Grand Resort Bad Ragaz

Alexa Ritter, Kunst- und Kulturbeauftragte des Grand Resorts und Autor Julian Schütt © exclusiv
Alexa Ritter, Kunst- und Kulturbeauftragte des Grand Resorts und Autor Julian Schütt © exclusiv

Kaum ein Schweizer Autor ist so bekannt wie Max Frisch – und doch werfen seine Werke immer wieder neue Fragen auf: Wer war dieser Mann, und warum berühren seine Texte uns noch heute?

Max Frisch wurde nicht einfach berühmt «nur», weil er literarisch brillant war. Er wurde berühmt, weil er den Mut hatte, in einer Zeit des Wiederaufbaus unbequeme Fragen zu stellen. Nach dem Krieg, als alte Sicherheiten zerbrachen, schrieb er über Schuld, Verantwortung und die Angst, sich selbst wirklich zu erkennen. Seine Figuren fliehen vor Erwartungen, vor ihrer Vergangenheit, manchmal vor sich selbst und doch zeigt Max Frisch immer wieder: Man entkommt der eigenen Identität nicht so leicht. Genau darin lag seine Sprengkraft: Er entlarvte die Illusion, man könne sich beliebig formen, ohne den Preis dafür zu zahlen. Und er tat dies in einer Sprache, nüchtern und durchdringend, ohne Pathos, aber voller existenzieller Dringlichkeit.

Vielleicht liegt sein eigentlicher Ruhm darin, dass diese Fragen nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Wir leben in Zeiten der Umbrüche, der Selbstinszenierung und der Unsicherheiten und stellen uns dieselben Fragen: Wer bin ich? Und wer möchte ich sein? Genau in diesem Spannungsfeld wird Max Frisch zu einem Autor der Gegenwart. Seine Zweifel wirken vertraut, seine Gedanken erstaunlich nah.

Die Lesung und das Gespräch über Max Frisch mit Autor Julian Schütt im Grand Resort Bad Ragaz haben dies eindrücklich gezeigt. Der Anlass war Teil des umfangreichen Kulturprogramms, das das Grand Hotel seinen Gästen bietet. Eingebettet in die besondere Atmosphäre des Hauses, das kulinarischen Genuss, Wellness und Wohlfühlen miteinander verbindet, erhielt der Abend einen ebenso stilvollen wie inspirierenden Rahmen.

Alexa Ritter, Kunst- und Kulturbeauftragte des Grand Resorts und Autor Julian Schütt © exclusiv
Alexa Ritter, Kunst- und Kulturbeauftragte des Grand Resorts und Autor Julian Schütt © exclusiv

Julian Schütt, promovierter Literaturwissenschaftler und Kulturjournalist, gab faszinierende Einblicke in Max Frischs Leben, Werk und Aktualität: von seinen weltberühmten Romanen «Stiller» und «Homo faber», über Theaterstücke wie «Biedermann und die Brandstifter» sowie «Andorra», bis hin zu privaten Facetten wie seinem Verhältnis zu Genuss, Essen, Trinken und Fasten. Auch Max Frischs Freundschaften, etwa mit Friedrich Dürrenmatt, und seine Beziehung zu Ingeborg Bachmann wurden beleuchtet und immer wieder stellt sich die Frage, weshalb seine Gedanken bis heute so relevant sind. Julian Schütt zeigte auch Fotos, und seine Ausführungen dazu machten noch einmal deutlich, was wir bereits zu Beginn festgehalten hatten: Identität, Verantwortung, Selbsttäuschung – universelle Themen, die Menschen weltweit betreffen. Die Art, wie Max Frisch in Tagebuchform, als Ich-Erzähler und in seinen Reflexionen schrieb, war literarisch innovativ für die 1950er Jahre und zeigt, warum seine Werke bis heute faszinieren und relevant bleiben.

Die Kombination aus Lesung und Gespräch machte nicht nur den öffentlichen Schriftsteller, sondern auch den verborgenen, zweifelnden Max Frisch sichtbar. Unter der aufmerksamen und gewandten Moderation von Alexa Ritter, Kunst- und Kulturbeauftragte des Grand Resorts, wurde der Abend lebendig, nahbar und inspirierend und zeigte zugleich, wie zeitnah und gegenwärtig Max Frischs Denken bis heute ist. Gleichzeitig machte der Anlass deutlich, dass das Grand Resort ein Ort ist, der schon damals fasziniert hat: Max Frisch war nicht nur einmal zu Gast in diesem traditionsreichen Sternehaus. Für alle, die ihn besser kennenlernen möchten, ist Julian Schütts Biographie Max Frisch – Biographie einer Instanz ein wunderbarer Tipp: Sie öffnet Türen zu bekannten und verborgenen Facetten eines Autors, dessen Fragen und Gedanken uns noch heute berühren.

Quelle: Text/Fotos © exclusiv

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