Zum Inhalt springen

Treuhand-Award: Studierende des LL.M. überzeugen mit praxisnahen Vermögenslösungen

Treuhand-Award: Studierende des LL.M. überzeugen mit praxisnahen Vermögenslösungen

(v.l.n.r): S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Dr. Klaus Jachmann (3. Platz), Corinna Rüffer (2. Platz), Leander Seyb (1. Platz), Prof. Dr. Alexandra Butterstein, Mag. Anton Rüf, © exclusiv
(v.l.n.r): S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Dr. Klaus Jachmann (3. Platz), Corinna Rüffer (2. Platz), Leander Seyb (1. Platz), Prof. Dr. Alexandra Butterstein, Mag. Anton Rüf, © exclusiv

Drei Studierende des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht (LL.M.) der Universität Liechtenstein haben sich am 26. Januar 2026 ein Preisgeld von insgesamt CHF 9'000 gesichert. Mit ihren Lösungsansätzen für eine treuhänderische Vermögensstruktur, die sie im Rahmen des sechsten I&F Family Wealth Preservation Awards entwickelt haben, überzeugten sie die Jury.

Die Aufgabe der Studierenden bestand darin, eine komplexe Nachfolgeregelung für ein Familienunternehmen in dritter Generation zu entwickeln. Ziel war es, das Unternehmen langfristig im Familienbesitz zu sichern, Entscheidungsbefugnisse innerhalb der Familie zu halten und gleichzeitig die Integration zukünftiger Generationen zu ermöglichen. Dabei mussten die Studierenden neben rechtlichen Aspekten auch innerfamiliäre Dynamiken, Family Governance Mechanismen sowie grenzüberschreitende Fragestellungen berücksichtigen.

  • Über welche Rechtsträger (Stiftungen, Trusts etc.) lässt sich sicherstellen, dass das Familienunternehmen langfristig Bestand haben und mehrheitlich im Familienbesitz verbleiben kann?
  • Wie sind die zu wählenden Rechtsträger auszugestalten?
  • Wie und in welcher Form können zukünftige Zuwendungen geregelt sein?
  • Welche Family Governance Mechanismen sind für diese Familienkonstellation ratsam?


S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, geschäftsführender Präsident des Verwaltungsrats von Industrie- und Finanzkontor Ets., verkündete die Platzierung und gratulierte der glücklichen Gewinnerin und den Gewinnern zu ihren Arbeiten.

Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M., Studiengangsleiterin des Executive Master of Laws (LL.M.) für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht und Dekanin der Liechtenstein Business Law School, betonte: «Es ist uns eine grosse Freude, dass wir den I&F Family Wealth Preservation Award auch in diesem LL.M.-Durchgang in enger Zusammenarbeit mit dem liechtensteinischen Treuhandunternehmen Industrie- und Finanzkontor Ets. durchführen konnten. Dieser Award bietet den Teilnehmenden des Executive Master of Laws (LL.M.) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht eine wertvolle Gelegenheit, ihr Wissen in der Gestaltung anspruchsvoller Vermögensstrukturen unter Beweis zu stellen und dabei fundierte, praxisorientierte Kompetenzen zu entwickeln. Dabei gilt es nicht nur, die rechtlichen und praktischen Anforderungen im Blick zu haben, sondern auch die vielfältigen Dimensionen der Family Governance einzubeziehen. Wir freuen uns sehr, dass wieder zahlreiche Arbeiten der Studierenden eingegeben wurden.»

Prof. Dr. Alexandra Butterstein unterstrich zudem ihren grossen Respekt für die Studierenden, die den Award parallel zu weiteren anspruchsvollen Studienmodulen und ihren Abschlussarbeiten meistern.

S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein eröffnete die sechste Ausgabe des I&F Family Wealth Preservation Awards und dankte allen Beteiligten, die zur Realisierung dieses Awards an der Universität Liechtenstein beitragen.

«Vermögen», betonte er, «ist – wie das Wort sagt – etwas, das man bewerten kann. Familienunternehmen bilden das Rückgrat der europäischen Wirtschaft, weshalb die Generationennachfolge eine zentrale Rolle spielt. Die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden zunehmend komplexer, weshalb es ein tiefes Verständnis braucht, um Wirtschaft, Unternehmen, Vermögen, Familie und das gesamte Umfeld zusammenzuführen.»

«Entscheidend ist, die richtigen Instrumente zu wählen, um Familienvermögen langfristig und generationenübergreifend zu sichern. Familie ist der Kernbestandteil einer funktionierenden Gesellschaft, und ohne Eigentumsrechte und Privatvermögen gibt es keine gesunde Wirtschaft. Mit dem I&F Family Wealth Preservation Award möchten wir dieses Verständnis schärfen.»

Mag. rer. soc. oec. Anton Rüf, CFO und Mitglied der Geschäftsleitung sowie Direktor der I&F, stellte die Case Study vor, mit der die Studierenden konfrontiert waren. Die aktuelle Fallstudie behandelte ein Ehepaar, das ein Familienunternehmen in Norddeutschland in dritter Generation führt. Für das Ehepaar ist es besonders wichtig, dass das Unternehmen über die kommenden Generationen hinweg weitergeführt und zusammengehalten wird, stets im Einklang mit den Entwicklungen der Zeit. Sie sehen dies als Verantwortung gegenüber den Vorgängergenerationen, die das Unternehmen aufgebaut haben, und suchen nach einer Lösung, bei der die Entscheidungsgewalt über das Familienunternehmen vollständig in der Familie bleibt. Gleichzeitig sollen Kinder und Enkelkinder sich frei entfalten können, ohne steuerliche Nachteile bei einem Umzug befürchten zu müssen. Bei Interesse sollen die Enkelkinder künftig die Möglichkeit haben, im Unternehmen mitzuwirken.

Im Anschluss präsentierten die Preisträger ihre Lösungen. Den Gästen im Hörsaal wurde auch die Gelegenheit geboten, Fragen zu stellen, die von den Preisträgern kompetent beantwortet wurden.

Leander Seyb betonte: «Der I&F Family Wealth Preservation Award hat verdeutlicht, dass jeder Vermögenswert und jedes Familienmitglied einzeln zu betrachten sind, damit am Ende eine für alle optimale und langfristig haltbare rechtliche Struktur entwickelt werden kann. Dieser Award bietet die einmalige Gelegenheit, die eigene Denkweise zu reflektieren und das erlernte theoretische Wissen praxisnah anzuwenden.»

Corinna Rüffer ergänzte: «Die Komplexität der Situation, die unterschiedlichen Generationen, Jurisdiktionen sowie die privaten und beruflichen Ausrichtungen waren herausfordernd. Der Award ermöglicht es hervorragend, die im LL.M.-Studiengang erlernten Fachkenntnisse direkt anzuwenden und zeigt, wie umfassend eine langfristige und generationenübergreifende Vermögensplanung ist.»

Dr. Klaus Jachmann: «Der I&F Family Wealth Preservation Award beinhaltete praxisnahe und anspruchsvolle Fragestellungen. Die Aufgabenstellung zeigt, dass es keine standardisierten Lösungsansätze gibt. Die Stiftung nach liechtensteinischem Recht bietet die nötige Flexibilität, um auf die sich verändernde Situation der Familie angemessen zu reagieren.»

Die Ausführungen der Studierenden stiessen beim Publikum auf grosses Interesse, und es wurde deutlich, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Studierenden und Gästen war. Das Thema Familienvermögen und Generationennachfolge, so aktuell wie kaum je zuvor, regte zu lebhaften Diskussionen an und wurde von allen Beteiligten sehr geschätzt. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, wie akademische Exzellenz und praktische Relevanz zusammenkommen – und verdeutlichte, wie zentral die Generationennachfolge für Familienunternehmen ist.
 

Quelle: Mag. (FH) Susanna Gopp, Industrie- und Finanzkontor Etablissement, Text und Fotos: © exclusiv.

INDUSTRIE- UND FINANZKONTOR ETABLISSEMENT (ETS.), gegründet 1948, ist ein unabhängiges, liechtensteinisches Treuhandunternehmen mit internationaler Ausrichtung und beschäftigt rund 50 Mitarbeitende. Das Unternehmen berät und begleitet Kunden weltweit in der Vermögensstrukturierung und Vermögensausrichtung zum Zweck des langfristigen und generationenübergreifenden Vermögenserhalts (Wealth Preservation). Das Wissensportfolio umfasst die Entwicklung von Familienstrategien und Familienverfassungen, die umfassende und langfristige inner- und ausserfamiliäre Vermögens- und Nachlassplanung, die Gründung und Verwaltung von liechtensteinischen Rechtsträgern und Rechtsträgern anderer Jurisdiktionen, Financial Reporting und Buchhaltung, Investment Controlling, Entwicklung und Umsetzung von Strategien im Bereich der Philanthropie sowie Dienstleistungen im Bereich der Kunstverwaltung sowie Verwaltung anderer Vermögenswerte wie Immobilien, Kryptowerte etc. www.iuf.li 

Die UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN ist eine führende Hochschule der internationalen Bodenseeregion. Sie ist ein Raum für persönliche Entfaltung und für Begegnung. In den Bereichen Architektur und Raumentwicklung, Entrepreneurship, Finance, Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsinformatik wirkt sie als ein bedeutender Ort kritischen und kreativen Denkens und als Innovationsstätte für Zukunftsgestaltung. In zahlreichen Projekten und Programmen gibt sie Impulse für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Seit über 50 Jahren werden gefragte Fachkräfte aus- und weitergebildet. Das Studium erfolgt in einem sehr persönlichen Umfeld. www.uni.li 

Der EXECUTIVE MASTER OF LAWS (LL.M.) IM GESELLSCHAFTS-, STIFTUNGS- UND TRUSTRECHT am Institut für Finanzdienstleistungen wurde im Jahr 2008 erstmals durchgeführt und stösst seitdem auf grosse Nachfrage. Dieser Studiengang richtet sich an AkademikerInnen mit juristischem Hintergrund, die eine umfassende und anwendungsorientierte Zusatzqualifikation im Bereich des Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrechts erwerben wollen. Sowohl Grundlagen- als auch länderspezifische Detailkenntnisse werden vermittelt, die es den AbsolventInnen ermöglichen, im liechtensteinischen und auch im internationalen Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht und den entsprechenden Querschnittsmaterien rechtliche Beratung anzubieten.
 

Footer