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«HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» im Küefer-Martis-Huus, Ruggell

«HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» im Küefer-Martis-Huus, Ruggell

Wenn die Kunst die Hand in den Mittelpunkt rückt, wird sichtbar, was sie vermag: Mit ihr formen wir Ton, führen den Pinsel, schlagen Saiten an, schreiben Gedanken nieder oder verleihen Gefühlen Ausdruck. Hände schaffen, tasten, verbinden – sie sind Werkzeug und Wunder zugleich.

Dass ausgerechnet die menschliche Hand im Zentrum der Ausstellung «HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» steht, überrascht daher nicht. Im Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmen sich zahlreiche Kunstschaffende diesem ebenso alltäglichen wie faszinierenden Körperteil – darunter Willy Frédéric Bernath, Katharina Bierreth-von Hartungen, Jens Dittmar, Marion Eichmann, Dagmar Frick-Islitzer, Martin Frommelt, Tobias Geißenberger, Livia Halbeisen, Annett Höland, Asal Khosravi, Gertrud Kohli, Morice Lipsi, Martina Morger, Olga Motta, Müller-Divjak (Jeanette Müller und Paul Divjak), Thilo Nass, Heinz P. Nitzsche, Arno Oehri, Stanko Pavlica, Prof. Dr. med. Cristina Piazza, das Puppenmuseum Blons, Giuliano Scherini, Stephan Sude, Nicole Vogler und Lukas Zerbst.

Wenn man sich überlegt, wie oft wir unsere Hände täglich gebrauchen, kann man nur staunen. Zum Beispiel beim Tippen, Kochen, Gestikulieren oder auch beim Händeschütteln. Genau diese zentrale Rolle der menschlichen Hand steht im Mittelpunkt der Ausstellung «HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» im Küefer-Martis-Huus in Ruggell, dem Kulturzentrum der Gemeinde Ruggell.

Begrüssung und Einführung an der Vernissage
Christian Öhri, Gemeindevorsteher, eröffnete die Vernissage und hob die Allgegenwärtigkeit der Hände hervor: «Wir greifen zum Handy, wir arbeiten, wir kochen, wir tippen, wir gestikulieren, und manchmal ringen wir auch mit den Händen oder legen sie in den Schoss, je nach Situation. Die Ausstellung thematisiert die Hand in allen Facetten – als Werkzeug, künstlerisches Ausdrucksmittel, politisches Zeichen, Symbol der Hoffnung oder Kommunikationsmittel, etwa in der Gebärdensprache. An der Vernissage und in der Ausstellung «HANDFest» stehen sie im Mittelpunkt, unsere Hände. Das Thema passt wunderbar zu diesem Haus. Über fast drei Jahrhunderte waren es hier die Hände, die das Leben gesichert haben – im Handwerk, in der Landwirtschaft, im Alltag.»

Die Idee zur Ausstellung entstand durch das Engagement von Dr. Nadja Tomoun, der Saftec-Solution AG, Dr. Johannes Inama, Leiter des Küefer-Martis-Huus, Turgay Tüzün, Gründer der Saftec-Solution, Jürgen Hasler, Gemeinderat, Tatjana Büchel, Gemeindesekretärin, sowie vielen weiteren Beteiligten.

Dank und Würdigung
Dr. Johannes Inama begrüsste alle Künstlerinnen und Künstler und dankte insbesondere Dr. Nadja Tomoun für ihre engagierte und kompetente Kuratierung. Er betonte die Vielschichtigkeit des Themas: «Unsere Hände sind nicht nur für die Arbeit wichtig, sondern auch für unser Zusammenleben und die sozialen Aspekte unseres Menschseins.» Viele Begrüssungsrituale und künstlerische Arbeiten greifen diesen Aspekt auf, und einzelne Themen werden auch im Begleitprogramm vertieft.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Video-Installation von Anett Höland, Martina Morger und Lukas Zerbst, die die kommunikative Funktion der Hand in den Fokus stellt. Die Arbeit basiert auf einer Idee des Medientheoretikers Vilém Flusser: Bewegungen der Hände werden gezeigt und erläutert. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Gehörlosen-Kulturverein Liechtenstein, der sich für Sichtbarkeit und barrierefreie Bildung einsetzt. Dr. Inama bedankte sich bei der Gebärdensprachdolmetscherin Jill Vogt, welche die Vernissage-Reden übersetzte. Am Sonntag, 26. April, findet im Rahmen des Begleitprogramms eine Veranstaltung unter dem Titel «Gebärdensprache als Muttersprache – Ein Tag über Hände und ihre Geschichten» statt, bei der unter anderem der Dokumentarfilm «Die Zeit läuft für uns» von Stanko Pavlica gezeigt wird.

Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Philipp Roman, der seine Marimba zum Klingen brachte.

Dr. Nadja Tomoun
 Dr. Nadja Tomoun

Hintergrund zur Ausstellung
Dr. Nadja Tomoun lobte die spontane Entscheidung zur Ausstellung und die Zusammenarbeit mit vielen kreativen Menschen. «Im April 2025 sind Turgay Tüzün und ich an die Gemeinde Ruggell mit der Idee herangetreten, eine Veranstaltung zum Thema Wirtschaft trifft Kultur zu organisieren. Daraus ist etwas Grösseres geworden – eine Ausstellung mit fast dreissig Beiträgen aus Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland.»

HANDFest ist ein Herzensprojekt und ein Wortspiel zugleich: Das Küefer-Martis-Huus feiert die menschliche Hand, indem es ihre vielseitige Bedeutung anschaulich in den Mittelpunkt rückt. Die Ausstellung zeigt, dass unsere Hände tagtäglich unglaubliche Leistungen vollbringen – sei es in der Kommunikation, im künstlerischen Ausdruck oder im Alltag. Auch die Herausforderungen moderner Arbeits- und Lebensweisen werden reflektiert, etwa der Rückgang handwerklicher Fähigkeiten im digitalen Zeitalter.

Ein Begleitprogramm bis Juni 2026 bietet weitere Einblicke in die vielfältigen Themenbereiche. Details finden sich im Programm des Küefer-Martis-Huus. > Begleitprogramm

Dr. Nadja Tomoun bedankte sich abschliessend nochmals bei allen Beteiligten und hob hervor, dass das Projekt nur dank der Offenheit und Unterstützung der Entscheidungsträger der Gemeinde Ruggell realisiert werden konnte.

«HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» – Impressionen der Vernissage

«HANDFest – Zur Bedeutung der menschlichen Hand» – Impressionen der Vernissage

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