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Liechtensteinisches Landesmuseum
Christliche Kunst aus Bulgarien

Das Liechtensteinische Landesmuseum zeigt bis zum 27. August 2017
die Sonderausstellung «Christliche Kunst aus Bulgarien».

An der Eröffnung der Sonderausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum begrüsste Prof. Dr. Rainer Vollkommer die zahlreichen Gäste und bedankte sich für das grosse Interesse.
«Dank der Schirmherrschaft ist es gelungen, grossartige Zeugnisse der christlichen Kunst aus Bulgarien hier im Original sehen zu können. Nicht nur exquisite Objekte glänzen in Silber und Gold, sondern auch wunderbare Wandmalereien und Ikonen zeugen von der Schaffenskraft Bulgarischer Künstler. So dürfen wir uns sehr glücklich schätzen, diese einzigartigen, äusserst kostbaren Exponate hier im Landesmuseum zeigen dürfen.»

Ihre Exzellenz Dr. Meglena Plugtschieva bedankte sich in ihrem Grussworten für die gute Beziehung zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und Bulgarien. «Als Botschafterin eines der ältesten Staaten in Europa schätze ich mich glücklich, diese einmalige Ausstellung von Kunstschätzen der christlichen Kunst aus Bulgarien zusammen mit dem Direktor des Landesmuseums Prof. Dr. Rainer Vollkommer  und dem bulgarischen Nationalen Archäologischen Museum organisiert und eröffnet zu haben. Die hochkarätigen Gäste, unter ihnen I.K.H. Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein und S.M. Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha mit Gattin, die dem Anlass beigewohnt haben, konnten durch diese Ausstellung einen Eindruck von dem Beitrag Bulgariens für das Weltkulturerbe bekommen. Dieses unvergessliche Erlebnis, eine erste bulgarische Ausstellung in Vaduz präsentiert zu haben, verdanken wir von bulgarischer Seite dem grossen Kunstkenner und Freund Bulgariens, Herrn Prof. Dr. Rainer Vollkommer, der als Brückenbauer zwischen den Kulturen unsere Anerkennung und Dankbarkeit verdient. Ich wünsche den Ausstellungsbesuchern nicht nur die bulgarischen Kunstschätze zu bewundern, sondern möchte sie alle nach Bulgarien einladen, um ein Land mit jahrtausendjährigen  Geschichte und Kultur, ein Land mit einer wunderschönen Natur und ein Land der herzlichen Gastfreundschaft zu entdecken und zu geniessen.»

Die Ausstellung zeigt christliche Kunst vom 4. bis zum 19. Jahrhundert aus Bulgarien. Eine grosse Spannweite von Exponaten wird in der Ausstellung präsentiert, u.a. Reliquienkästchen aus Silber und Marmor, Kreuze aus Gold, Silber und Bronze, Gefässe aus Gold und Silber, Medaillons aus Ton und emailliertem Gold, historisch bedeutende Siegel, mittelalterliche Wandmalereien, wertvolle Buchdeckel von Evangeliarien und natürlich sehr schöne und interessante Ikonen. Sie unterstreichen die Bedeutung christlicher Kunst in Bulgarien und zeugen von der bewegten Geschichte des Landes. Die vielfältige Ikonografie deutet den Reichtum des orthodoxen Bildrepertoires an. Die herausragenden und oft einzigartigen Exponate stammen aus dem Nationalen Archäologischen Institut mit Museum in Sofia.

Die Ausstellung dauert
bis Sonntag, den 27. August 2017

Wandmalerei eines unbekannten heiligen Bischofs - Gips, 13. Jh., aus Melnik, Kirche des «Hl. Nikolaus». Sofia, Nationales Archäologisches Institut mit Museum. Darstellung eines Bischofs mit Nimbus im liturgischen Gewand, mit rechter segnender Hand und mit reich geschmücktem Evangelium in der Linken.

Reliquiar - Silber, 2. Hälfte des 4. Jh., gefunden in Yabalkovo, Bez. Haskovo. Sofia, Nationales Archäologisches Institut mit Museum. Der Deckel des Reliquiars zeigt links von einem lateinischen Kreuz die Büste des Kaisers Konstantin I. des Grossen und rechts seiner Mutter Helena, die das Kreuz Christi im Jahre 326 in Jerusalem entdeckte. Beide wurden
heilig gesprochen. Über ihnen steht in Griechisch Eintracht (Homonoia). Auf den Seiten sehen wir die Übertragung der Gesetze an die Apostel. Jesus thront umgeben von Vögeln und seinen zwei wichtigsten Aposteln, Petrus mit langem Kreuz links und Paulus mit Gegenstand rechts. Weitere Apostel nähern sich ihnen (insgesamt sind zehn Apostel dargestellt, zwei fehlen wohl, weil abgeschnitten). Die Dargestellten sind auf Griechisch benannt, von links nach rechts: Jesus, Petrus, Andreas, Philippus, Judas, Bartholomäus, Jakob, Matthias, Johannes und Paulus.

Patene - Gold, 1. Hälfte des 9. Jh., gefunden in Veliki Preslav. Sofia, Nationales Archäologisches Institut mit Museum. Im Medaillon steht ein Kreuz auf einer stilisierten Palme. Am Rand steht ein Zitat aus dem Neuen Testament (Matthäus 26, 26): «Nehmt, esst, das ist mein Leib, für euren Nutzen, zur Versöhnung.»

(v.l.) Dr. Renate Wohlwend, Präsidentin des Stiftungsrates des Liechtensteinischen Landesmuseums; Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Direktor des Liechtensteinischen Landesmuseums; Margarita von Sachsen-Coburg und Gotha; I.K.H. Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein; Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha (der letzte Zar 1943-1946 und ehemaliger Ministerpräsident, Simeon Sakskoburggotski der Republik Bulgarien 2001-2005); Dr. Meglena Plugtschieva, Botschafterin der Republik Bulgarien in der Schweizerischen Eidgenossenschaft und im Fürstentum Liechtenstein; Prof. Dr. Sc. Vassil Nikolov, Stellvertretender Vorsitzender der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften

Prof. Dr. Rainer Vollkommer,
Direktor des Liechtensteinischen Landesmuseums

Dr. Meglena Plugtschieva, Botschafterin der Republik
Bulgarien in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein

Dr. Renate Wohlwend, Präsidentin des Stiftungsrates
des Liechtensteinischen Landesmuseums

Prof. Dr. Sc. Vassil Nikolov, Stellvertretender Vorsitzender der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften

S.M. Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha

Dr. Helmut Schwärzler, Honorarkonsul für die Republik Bulgarien im Fürstentum Liechtenstein

fotos + text: © exclusiv