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Auf den Spuren von Nikolaus
Tradition und Geschichte

Im frühen Mittelalter lebten die Heiligen und Schutzpatrone mit den Menschen im Alltag.

Sie waren mit den Bauern auf dem Feld, halfen dem Schuster mit Zwirn und Nadel, brachten den Kaufleuten gute Geschäfte und standen täglich im Schnittpunkt zwischen Himmel und Erde.

Kurz nach dem Jahre 450 setzte die Verehrung des heiligen Nikolaus ein. Von Osten nach Westen, von Norden nach Süden. Sankt Nikolaus wurde für alle Bereiche zuständig. Er wurde zum Schutzpatron für viele Berufe und immer gehörte eine Legende dazu. Nikolaus wurde zum Schutzheiligen für Städte und Nationen. Jede Seestadt besass ihre Nikolauskirche und die Schiffe trugen seinen Namen. Die Seefahrer vertrauten ihr Leben und ihre Schiffe dem Patron Nikolaus an. Seefahrer, Schiffbauer und Fährleute begaben sich in den Schutz des heiligen Nikolaus. Nikolaus wurde in Italien durch die Seefahrer bekannt. Sie nannten ihn «Santo». Viele Italiener trugen seinen Namen und gar der Santo Padre, Papst Nikolaus I. (858-867) hatte den Heiligen zum Patron gewählt.

Seit dem 14. Jahrhundert tritt Sankt Nikolaus am 6. Dezember (am Nikolaustag) in unsere Stuben. Begleitet wird er von Knecht Ruprecht oder in Österreich von dem roten Krampus. Während der Nikolaus in Russland längst zum Nationalheiligen avancierte, drang der Kult in Westeuropa erst langsam durch. In Finnland und Lappland begegnete er dann wieder dem russischen National-heiligen (daher der von Rentieren gezogene Schlitten). Zum besonderen Schutzheiligen der Kinder wurde Nikolaus durch zwei Legenden, denen zufolge er drei Knaben wieder zum Leben erweckt und drei Mädchen mit goldenen Kugeln beschenkt haben soll. Im Mittelalter wurde in diesem Zusammenhang in weiten Teilen Europas am 6. Dezember ein Knabenbischof gewählt, der dann auf einem Esel durch die Stadt zog. Seltsamerweise ist der Familienbesuch des Sankt Nikolaus in Italien fast unbekannt geblieben, auch wenn der Leib des Heiligen Nikolaus hier seine letzte Ruhestätte hat. Auf Sizilien glauben die Kleinen, dass der Marienkäfer, den sie herzlich «Santu Nicola» nennen, im Auftrag von Sankt Nikolaus kleine Geschenke bringt.

Etwas vereint die vielen Legenden und Geschichten um den Heiligen Nikolaus: ob er in Begleitung oder allein erscheint, er kommt immer als Bote des Himmels und Freund der Kinder.